Mehr Sicherheit, mehr Differenzierung: Die Rewe stellte zusammen mit dem TÜV Rheinland ein neues Qualitätssiegel für Nonfood-Produkte vor.

Mit einem Exklusivsiegel für Eigenmarken aus dem Nonfood-Bereich will sich Rewe von der Konkurrenz abheben: Am heutigen Donnerstag stellte der Lebensmittelhändler in Düsseldorf das neue Prüfzeichen vor, das zusammen mit dem TÜV Rheinland entwickelt wurde.

Vom Mikrowellenofen über Stereoanlage bis zu Toaster und Elektro-Dosenöffner werden in einer ersten Phase 75 Elektroprodukte mit dem Siegel in Rewe- und Pennymärkten angeboten. Dabei wird nicht nur die Qualität der Produkte getestet: Geprüft werden auch deren Funktionalität und Langlebigkeit sowie Schadstoffgehalt.

Kontrolle der gesetzlichen Vorgaben reicht nicht aus

"Unsere Anforderungen gehen weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus", sagte Rewe-Vorstandsmitglied Manfred Esser auf der Pressekonferenz in Düsseldorf, zu der sogar ein TÜV-Experte aus Hong Kong eingeflogen wurde.

In Zukunft sollen Eigenmarken-Produkte, die den umfassenden "Stresstest" vom TÜV Rheinland nicht bestehen, nicht mehr bei Rewe angeboten werden, betonte Ralf Hellmann, Einkaufsleitung Nonfood. Dies betreffe vor allem die Produktkategorien Spielwaren sowie braune und weiße Ware der Rewe-Eigenmarken.

"Es reicht heute nicht mehr, nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu kontrollieren", unterstrich Ulrich Fietz, Vorstandsmitglied beim TÜV Rheinland. "Es reicht auch nicht, die nur einmalig zu kontrollieren. Es ist notwendig, die gesamte Kette im weltumspannenden Handel zu begleiten."

Keine Preisnachteile für Verbraucher

Die Rewe-Initiative ist durchaus als mutig zu bewerten - schließlich tobt im umkämpften Nonfoodmarkt ein unerbittlicher Preiskrieg, die Discounter überbieten sich ständig mit Billigangeboten und die Margen sind dünn.

Preisnachteile müsse der Konsument nicht befürchten, betonte Manfred Esser, die Mehrkosten der Tests pro Artikel seien nicht besonders hoch. Später sagte er jedoch, dass die Verbraucher durchaus bereit seien, „für Sicherheit den einen oder anderen Euro mehr zu bezahlen."

Das Rewe-Vorstandsmitglied geht davon aus, dass der gesamte Nonfood-Umsatz in Deutschland von 2007 bis einschließlich 2009 um 2,5 Prozent auf 145 Milliarden Euro zurückgeht. Das Nonfood-Geschäft der Rewe wachse jedoch aktuell gegen den Trend, mit einer Steigerungsrate von voraussichtlich 9 Prozent zwischen 2007 und 2009.

Rewe erzielte mit Nonfood-Ware 2008 laut Esser einen Umsatz von 710 Millionen Euro in den Supermärkten und 560 Millionen Euro bei der Discount-Tochter Penny.