Rekordumsatz, Wachstum auf fast allen Vertriebskanälen: Der Lebensmittelhändler Rewe hat ein gutes Jahr hinter sich - und will auch 2009 trotz Krise zweistellig wachsen.

Just an dem Tag, an dem der Arcandor-Konzern Insolvenz beantragte, glänzte ein anderes Handelsunternehmen mit guten Nachrichten: Der Lebensmittelhändler Rewe vermeldete an diesem Dienstag einen Rekordumsatz von 49,8 Milliarden Euro für das Jahr 2008 - ein sattes Plus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland stiegen die Erlöse um 7,4 Prozent auf knapp 34 Milliarden Euro.

Rewe-Chef Alain Caparros fühlte sich offensichtlich wohl in seiner Rolle, als er auf der Bilanzpressekonferenz in der Kölner Zentrale die Zahlen vorstellte: Nahezu alle Unternehmensbereiche haben sich positiv entwickelt, lediglich die Baumärkte und die von der Metro AG übernommenen Extra-Märkte trüben die Bilanz.

Discount und Vollsortimenter im Plus

Bei Rewe legten 2008 sowohl die Discountschiene als auch die Vollsortiment-Supermärkte zu, und zwar jeweils um mehr als 11 Prozent. Auch flächenbereinigt, also ohne die Akquisition von Extra und der Läden des Discounters Plus, wurde eine deutliche Umsatzsteigerung erzielt.

Zunächst wollte der Rewe-Chef keine Prognose für 2009 abgeben, dann legte sich der impulsive Manager doch noch fest: „Wir werden das Jahr mit einem Plus von 10 Prozent abschließen", sagte er zur Verblüffung selbst mancher Vorstandskollegen.

"Näher am Verbraucher"

Sehr zufrieden ist Alain Caparros vor allem mit den umgeflaggten City-Märkten, die auf Nahversorgung und Convenience fokussieren. „Das ist der Weg, denn wir gehen möchten, wir wollen näher am Konsumenten sein", sagte der Konzernlenker. Für die Supermarktschiene Vierlinden, die auf Bio- und Premiumprodukte setzt, will er alsbald ein neues Konzept vorstellen, das den Markt als „Treffpunkt des jeweiligen Viertels" vorsieht.

Die Entwicklung in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres sei ebenfalls positiv gewesen, der Umsatzplus liege bei aktuell rund 10 Prozent. „Wir sind wachsam aber nicht nervös", betonte Caparros im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise.

2009 will die Rewe 1,6 Milliarden Euro investieren - vor allem aus dem eigenen Cashflow. "Wir haben die Stärke, weitere Akquisitionen zu tätigen, wenn sich Schnäppchen dazu ergeben", betonte Caparros. Finanzvorstand Norbert Fiebig dazu: „Gerade in der Finanzkrise zahlt es sich aus, dass wir unserer konservativen Finanzierungsstrategie treu geblieben sind."