Auch die Rewe-Gruppe will in den Online-Handel mit Lebensmitteln einsteigen. Zwei unterschiedliche E-Commerce-Konzepte sollen im kommenden Jahr pilotiert werden, kündigt Konzernchef Alain Caparros an.

Nach den ersten Versuchen von Amazon und Tegut, sowie entsprechenden Absichtserklärungen der Otto-Gruppe, will sich nun auch die Rewe-Gruppe daran versuchen, Lebensmittel über das Internet zu verkaufen.

"Wir werden vom Winter 2011 an in zwei, drei großen deutschen Städten starten und zwei unterschiedliche Online-Konzepte testen", kündigte Rewe-Chef Alain Caparros in der "WirtschaftsWoche" an.

Lieferung nach Hause oder Abholung in der Filiale

Beim ersten Modell würde der Kunde zunächst online seine Ware bestellen, dann zu einer vereinbarten Uhrzeit zur Filiale fahren und die Produkte dort in Empfang nehmen. Ein solches "Drive in"-Modell testet ein selbständiger Rewe-Kaufmann bereits seit 2009 in Köln-Klettenberg.

Das zweite Konzept bietet den Kunden die Möglichkeit, sich die Ware ins Haus liefern zu lassen. "Wir können es uns nicht leisten, wichtige Trends zu verschlafen", erklärte der Rewe-Chef zur Initative.

Runiose Preiskämpfe in der Kritik

Caparros kritisierte erneut die andauernden Preiskämpfe im Lebensmittelhandel als kollektiven Selbstmord der Branche. Er rechne mit weiteren Preissenkungsrunden, sagte Caparros. Sie seien aber längst kein Hebel mehr, um die Zahl der Kunden oder den Umsatz zu steigern.

Rewe sei kein Preis-Angreifer, aber "wir müssen mitmachen", sonst würden die Kunden abwandern. Erst vor wenigen Tagen hatten die Lebensmittel-Discounter zum achten Mal in diesem Jahr die Preise für viele ihrer Produkte gesenkt.

Für das Gesamtjahr erwartet Caparros für die Rewe-Gruppe ein Geschäft auf dem Niveau des Vorjahres, entsprechend sei auch das Investitionsbudget für 2010 wieder deutlich erhöht worden. "Wir werden mehr als 1,3 Milliarden Euro investieren", sagte Caparros. Damit sollen vor allem die Logistik verbessert, Läden modernisiert und insgesamt rund 500 Märkte im In- und Ausland neu eröffnet werden.

dpa, DH