In einem "ZDF"-Beitrag wird Rewe vorgeworfen, Personal im großen Stil heimlich zu überwachen - sogar deren Privatleben. Der Lebensmittelhändler bestreitet, seine Mitarbeiter flächendeckend zu bespitzeln.

Die Aufregung um Mitarbeiterüberwachung bei Hollister ist erst wenige Wochen alt, schon droht dem nächsten Handelsunternehmen ein Skandal. Der Rewe-Konzern und seine Discount-Tochter Penny würden seit 2009 bis heute ihre Mitarbeiter bespitzeln, behauptet das ZDF-Magazin "Frontal 21" und führt als Beweis Filmaufnahmen an. Der entsprechende TV-Beitrag wird am Dienstag um 21 Uhr ausgestrahlt.

Nach Recherchen des Magazins würden seit Jahren in zahlreichen Filialen von Rewe und Penny über Wochen Kameraanlagen installiert, von denen die Mitarbeiter angeblich nichts wissen. In der TV-Dokumentation heißt es weiter, dass Detektive Personal auch zu Hause observieren würde, beispielsweise deren Keller.

Die Revisionsabteilung von Penny habe verlangt, eine Kamera auf den Spind einer Mitarbeiterin zu richten, behaupten die Jorunalisten. Selbst der Angestellte eines Dienstleisters sei tagelang verfolgt und mit seiner Familie beim Einkaufen gefilmt worden, heißt es.

Rewe weist Vorwürfe zurück

Rewe hat unterdesen den Vorwurf flächendeckender Bespitzelung von Mitarbeitern zurückgewiesen. Der Handelskonzern räumte aber ein, dass eine Penny-Mitarbeiterin in den Jahren 2009 und 2010 eigenmächtig und ohne Zustimmung des Betriebsrats verdeckte Überwachungen bei der Discount-Tochter Penny Süd angeordnet habe.

Von der Mitarbeiterin habe man sich nach dem Aufdecken der Vorgänge durch die Konzernrevision getrennt und die Geschäftsbeziehungen zu der beauftragten Detektei beendet, berichtete Konzernsprecher Martin Brüning am Montag in Köln auf Anfrage.

In den Fällen, in denen derzeit verdeckt ermittelt werde, bestehe ein konkreter Anfangsverdacht für Straftaten, die Überwachung sei legal und geschehe mit Zustimmung des Betriebsrates. Dies sei aber auf wenige Fälle und die Dauer der Überwachung auf wenige Wochen beschränkt.