Die Rewe sendet ein deutliches Signal an ihre selbständigen Kaufleute: Ausbeutung von Praktikanten wird nicht geduldet. Ein Kaufmann aus Bochum muss nun dafür gleich zweimal zahlen.

Aus dem Hereinschnuppern in einen Bochumer Rewe-Markt wurde für eine Praktikantin fast ein Dauerzustand. Ohne Bezahlung allerdings. Nun hat sich die Rewe von diesem Kaufmann getrennt. Denn der bisherige Inhaber wurde in der vergangenen Woche vom Arbeitsgericht Bochum zu einer Nachzahlung in Höhe von 17.000 Euro an die Praktikantin verurteilt.

Ursprünglich wollte die Frau nur einen Monat lang den Arbeitsalltag im Markt kennenlernen, doch das Praktikum wurde immer wieder verlängert. Laut "Spiegel Online" immer vertröstet mit der Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Die Praktikantin klagte schließlich vor dem Arbeitsgericht.

"Es gibt in der Rewe Group keinen Platz für Verstöße gegen Gesetze und soziale Standards. Und wo es entgegen unserer genossenschaftlichen Grundwerte zu solchen Verstößen kommt, werden unverzüglich Konsequenzen gezogen. Das gilt sowohl für Mitarbeiter als auch für Kaufleute", erklärte Rewe-Sprecher Martin Brüning.

Der selbstständige Kaufmann führe als Einzelunternehmer eine eigenständige, kleine Gesellschaft. Insofern handele er auch in Personalangelegenheiten eigenständig und unabhängig. "Das entlässt ihn aber selbstverständlich nicht aus der Pflicht, seinen Markt tagtäglich nach den genossenschaftlichen Grundwerten der Rewe zu führen und sich an Recht und Gesetz zu halten", so Brüning. Der entsprechende Markt werde erst einmal von Rewe Dortmund weitergeführt, hieß es weiter.