Die Schlecker-Beschäftigten sollen einen Beitrag zur Sanierung der insolventen Drogeriekette leisten, fordert der Insolvenzverwalter. Verdi schlägt eine Unternehmensbeteiligung vor.

An diesem Mittwoch werden die Gespräche der Gewerkschaft mit der Insolvenzverwaltung über tarifliche Vereinbarungen für die insolvente Drogeriekette fortgeführt. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz verlangt von den Mitarbeitern einen Sanierungsbeitrag.

Geiwitz hat von der Belegschaft laut Verdi einen zeitlich befristeten Verzicht auf tarifvertragliche Regelungen gefordert. Das könnte zum Beispiel das Aussetzen von geplanten Gehaltserhöhungen sein.

Als Ausgleich für mögliche Abschläge hat Verdi eine Unternehmensbeteiligung der verbleibenden Schlecker-Beschäftigten vorgeschlagen. Auf keinen Fall aber wolle die Gewerkschaft Arbeitszeitverlängerungen zustimmen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke.

"Starkes Signal an die Kunden"

"Wir können uns vorstellen, dass Tarifansprüche in eine Kapitalbeteiligung umgewandelt werden", sagte Franke der Nachrichtenagentur dpa. Dies hätte für beide Seiten Vorteile: Das Kapital bliebe im Unternehmen, und die Beschäftigten würden im Gegenzug für ihren Verzicht - beispielsweise auf Weihnachtsgeld - zu Mitunternehmern.

"Das wäre auch ein sehr starkes Signal an die Kunden, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen", erklärte der Verdi-Handelsexperte im Landesverband Baden-Württemberg.

Insolvenzverwalter Geiwitz habe auf den Vorschlag grundsätzlich nicht ablehnend reagiert. "Er hat aber seine Sorge zum Ausdruck gebracht, dass eine Unternehmensbeteiligung der Mitarbeiter möglicherweise Investoren stören könnte", sagte Franke.

Viele ungeklärte Fragen

Vergangene Woche wurden nach dem Scheitern einer Transferlösung rund 10.000 Mitarbeiter gekündigt. Bei der angestrebten Schlecker-Sanierung geht es nun um Verhandlungen für etwa 13.500 im Unternehmen verbleibende Beschäftigte, wie Franke sagte. Noch seien aber viele Fragen ungeklärt, die hingen auch vom künftigen Investoren ab.

Eine wichtige Grundlage für künftige Verhandlungen sei der Bericht eines von Verdi beauftragten Wirtschaftsprüfers. "Er wird uns Gewissheit verschaffen, ob die Vorschläge geeignet sind, die wirtschaftliche Notlage des Unternehmens zu beheben", sagte Franke.

Die Gewerkschaft verlangt im Gegenzug zu möglichen Vereinbarungen etwa Garantien, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. "Es gibt im Moment aber noch keine abschließende Klarheit zu Schlecker", sagte Franke.

Özlem Yilmazer, dpa