Hohe Spritpreise können die gute Kauflaune nicht dämpfen: Der Arbeitsmarkt ist stabil, die deutsche Wirtschaft wächst und die Handelsumsätze steigen - auch im schwierigen Monat April.

Die deutschen Verbraucher haben sich von den Rekordspritpreisen zu Ostern und der wieder aufgeflammten Schuldenkrise die Konsumlaune nicht verderben lassen. Die Umsätze im Einzelhandel stiegen im April gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um nominal 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Bereinigt um Preiserhöhungen (real) legten sie um 0,6 Prozent zu.

"Der Einzelhandel ist im Moment auf Kurs", sagte ein Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Die niedrige Arbeitslosigkeit und gute Wirtschaftsdaten sorgten für gute Stimmung bei den Verbrauchern. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit einem Wachstum von nominal 1,5 Prozent.

Passend zu den Handelsstatistiken meldete heute das Statistische Bundesamt gute Arbeitsmarktzahlen. Demnach waren im April 2012 insgesamt 572.000 Personen mehr als im April 2011 erwerbstätig. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich die Erwerbstätigkeit saisonbereinigt um 29.000 Personen.

Gute Konsumprognose

Dem jüngsten GfK-Konsumklimaindex zufolge sehen die Verbraucher die deutsche Wirtschaft weiter im Aufwind. Die Konjunkturerwartungen waren im Mai trotz der zunehmenden Turbulenzen im Euro-Raum zum dritten Mal in Folge gestiegen. Die Zuversicht schlug sich auch in der leicht gestiegenen Bereitschaft nieder, Geld für größere Anschaffungen auszugeben.

In den kommenden Monaten dürfte die Schuldenkrise im Euro-Raum die Stimmung allerdings dämpfen, warnt Christian Schulz, Ökonom der Berenberg Bank. Dank sinkender Ölpreise, niedriger Arbeitslosigkeit und steigender Löhne sieht er grundsätzlich aber gute Chancen für den Konsum hierzulande.

Im Jahresvergleich gingen die Umsätze zurück. Sie fielen real um 3,8 Prozent und nominal um 2,0 Prozent. Allerdings hatte der April 2012 mit 23 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger als der April 2011.