2013 war ein gutes Jahr für Home24 und Westwing: Die Versender rund ums schönere Wohnen aus der Start-up-Schmiede Rocket Internet knackten binnen kurzem die 100-Millionen-Euro-Marke. 

Die Start-up-Schmiede Rocket Internet hatte schon vor längerem angekündigt, dass der Onlinehandel mit Möbeln ein interessanter Markt mit großer Zukunft ist. Das ist nicht verwunderlich, weil beispielsweise der schwedische Branchenriese Ikea zwar seit Jahren immer aufs Neue ankündigt, bald im Onlinegeschäft durchzustarten, gleichwohl nicht so recht in Schwung kommt.

Aber was die Rocket Internet-Investoren um die Samwer Brüder in die Hand nehmen, das machen sie richtig. Und so war 2013 das Jahr, in dem gleich zwei Möbel-Anbieter aus dem Haus der Berliner durchgestartet sind und die Marke von 100 Millionen Euro Umsatz überschritten haben. Am Mittwoch gab der vor auf Wohnaccessoires spezialisierte Shoppingclub Westwing an, dass der Umsatz im vergangenen Jahr von 41 Millionen auf 110 Millionen Euro im Vergleich zu 2012 gestiegen ist. Und Rockets Möbelanbieter Home24, der in dieser Woche seinen 2. Geburtstag feiert, meldete vor Kurzem dreistellige Millionenumsätze von mehr als 100 Millionen Euro binnen zwölf Monaten.

Überwiegend Frauen bei Westwing

Während Home24 mittlerweile mehr als 70.000 Artikel im Bereich Möbel, Lampen und Wohnaccessoires im Programm hat – doppelt so viele wie im Jahr zuvor –, und beispielsweise auch in Prospekten der Lebensmittelhändler Rewe und Penny wirbt, lieferte Westwing im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Artikel aus, wie das Unternehmen meldet. Die Firma verschickt eigenen Angaben zufolge täglich E-Mails an die rund 12 Millionen Mitglieder und bietet Artikel bekannter Marken an. Rund 93 Prozent der Mitglieder seien Frauen, das Durchschnittsalter liege jenseits von 40 Jahren.

Rund die Hälfte der Westwing-Mitglieder kommt aktuell aus sieben Ländern in Westeuropa. Zugleich kommt der 2011 gegründete Anbieter auf 3,3 Millionen Kunden in Brasilien und 2,4 Millionen in Polen und Russland. Große Möbel machen weniger als zehn Prozent des Geschäfts aus, sagte Smalla. Westwing habe eine eigene Logistik-Infrastruktur aufgebaut, die auch den Herstellern zur Verfügung gestellt werde.

In Deutschland spielt der Onlinehandel mit Möbeln bisher trotz Zuwächse nur eine kleine Rolle. 2013 lag der Umsatzanteil mit 1,2 Milliarden Euro bei vier Prozent, wie der Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels errechnete.