Der Umsatzschub nach der Schlecker-Pleite flacht bei Rossmann wieder ab. Dennoch hat die Nummer Zwei im deutschen Drogeriemarkt noch viel vor und will weiße Flecken schließen.

Der Drogeriemarktfilialist Rossmann sieht die Branche nach der Schlecker-Pleite trotz Wachstums mitten im Umbruch. "Die Wettbewerber heißen nicht mehr Schlecker und Ihr Platz, sondern Netto oder Lidl", sagte Rossmann-Chef Dirk Roßmann der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Es sei nicht so, dass sich die Branchenriesen Rossmann aus Burgwedel bei Hannover und dm aus Karlsruhe nun komfortabel den Markt aufteilen könnten. Zunächst einmal stünden die zwei Ketten in scharfem Wettbewerb.

Discounter und Lebensmittler drängen in den Drogeriemarkt

Hinzu kämen etwa das Drogeriekaufhaus Müller und neuerdings verstärkt die Lebensmittelhändler und Discounter, die nach dem Schlecker-Aus massiv in den Markt drängten. "Man merkt, dass sie sich ein großes Stück vom Kuchen abschneiden wollen."

Roßmann verwies auf Zahlen: "Noch im Frühjahr kamen wir auf absolute Traumwerte - zum Beispiel mehr als 10 Prozent Wachstum in bestehenden Filialen. Das haben wir heute nicht mehr. Die Zuwächse haben sich deutlich verringert."

Der 67-jährige Firmenchef sagte dem Blatt weiter, dass sein Unternehmen den neuen Druck auch im Ergebnis spüre. Der 2012 erzielte Rekordgewinn von 220 Millionen Euro vor Steuern "wird in diesem Jahr nur schwer zu toppen sein - obwohl der Umsatz kräftig steigt". Statt wie anfangs erhofft 2013 rund 6,7 Milliarden Euro umzusetzen, dürfte es auf 6,6 Milliarden hinauslaufen. Das wären immer noch 12,5 Prozent Plus.

In Süddeutschland gibt es noch "weiße Flecken"

Dirk Roßmann zufolge dürfte das Wachstum der Branche absehbar an Grenzen stoßen. 1.850 Läden zählt sein Unternehmen hierzulande. "Bis 2020 wollen wir in Deutschland auf 2.500 Filialen kommen, das wird dann aber auch das Maximum sein." In Süddeutschland gebe es noch viele weiße Flecken. Zudem wolle er in ländliche Regionen vorstoßen.

Den ersten Laden eröffnete Roßmann 1972 in Hannover am Lister Platz. Am Donnerstag feierte das Unternehmen seine insgesamt 3.000. Filiale. Nach Deutschland gibt es auch in Polen ein dichtes Rossmann-Netz mit 825 Läden. Osteuropa, Albanien und die Türkei sind weitere Wachstumsmärkte. Seine Söhne Daniel und Raoul lenken den Konzern schon heute maßgeblich mit.