Das Kartellamt prüft eine Übernahme von 120 Filialen der Ex-Schlecker-Tochter durch Rossmann. Der Insolvenzverwalter spricht mit weiteren Investoren - auch der Textilfilialist NKD soll dabei sein.

Der Drogerieriese Rossmann will 120 Filialen der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz übernehmen. Zumindest prüft das Bundeskartellamt derzeit einen Zusammenschluss, wie aus einer Bekanntmachung der Behörde vom 16. Juli hervorgeht. Ein Sprecher des Burgwedeler Unternehmens wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Auch IhrPlatz-Insolvenzverwalter Werner Schneider hielt sich zurück mit Angaben. "Der Insolvenzverwalter befindet sich, wie offen kommuniziert, mit mehreren Interessenten in Gesprächen", sagte dazu ein Sprecher auf Anfrage der dpa.

Was bei einer Zustimmung des Kartellamts mit den Beschäftigten der mehr als 100 Märkte passiert, ist noch unklar. Die neue Entwicklung deutet auf Einzelverkäufe von IhrPlatz-Paketen hin.

Rossmann-Konkurrent dm hatte ebenfalls Interesse an bis zu 80 Märkten der Schlecker-Tochter gezeigt und bereits neun Filialen gekauft.

Umdenken bei Rossmann

Der geplante Kauf der Filialen durch Rossmann kommt überraschend. Das Unternehmen hatte noch Ende Juni signalisiert, dass das Kapitel Schlecker für Übernahmen geschlossen sei, weil es einen aussichtsreichen Interessenten für IhrPlatz gab.

Die österreichische MTH Retail Group (MäcGeiz, u.a.) zählt zum Kreis der Interessenten. Laut früheren Angaben ist auch der Münchner Investor Dubag dabei. Nach einem Bericht der Osnabücker Zeitung soll zudem der Textildiscounter NKD Interesse an IhrPlatz haben.

Im laufenden Schlecker-Insolvenzverfahren steht am kommenden Donnerstag ein gerichtlich festgelegter Termin in Ulm bevor. Dort werden die Forderungen der Gläubiger geprüft. Bei der nicht-öffentlichen Sitzung, zu der alle Schlecker-Gläubiger eingeladen sind, kann auch einen Beschluss über die Verwertung der Insolvenzmasse gefasst werden.