Der Wettbewerb im Drogeriemarkt wird immer härter, doch der Umsatz von Rossmann wächst weiter, wenn auch nicht mehr so stürmisch. Der Filialist setzt jetzt auf größere Flächen mit breiteren Sortimenten.

Der Drogeriemarktfilialist Rossmann steuert in diesem Jahr auf einen Rekordumsatz über der Sieben-Milliarden-Euro-Marke zu. "Im Konzern erwarten wir gut 7,2 Milliarden Euro Umsatz", sagte Unternehmenschef Dirk Roßmann der Nachrichtenagentur dpa.

Der nach dm-Drogeriemarkt zweitgrößte deutsche Drogeriekonzern hatte im Frühling acht Prozent Wachstum in Aussicht gestellt und erklärt, im laufenden Jahr die Sieben-Milliarden-Hürde nehmen zu wollen. 2013 waren 6,64 Milliarden Euro an Erlösen zusammengekommen - eine Steigerung um 11,6 Prozent.

Der nun anvisierte Zuwachs wäre das erste einstellige Plus, nachdem die Verbesserungsraten zuvor 16 Jahre am Stück zweistellig ausfielen. "Man sollte die acht Prozent Zuwachs nicht schlecht reden. Tatsache ist jedoch, dass der Wettbewerb härter wird", sagte Roßmann.

Immer mehr auch ein Spielwarenanbieter

Bei neuen Läden gibt es bei Rossmann neue Pläne. Eigentlich plane man nur noch mit Läden ab 650 bis 700 Quadratmetern Verkaufsfläche aufwärts, sagte Roßmann, "andere machen wir gar nicht mehr auf". Der Trend zu großen Läden sei eindeutig: "Wir schließen auch dieses Jahr wieder 70 kleine Läden in Deutschland, aber machen auch 150 große auf." Rossmann habe eine eigene Immobiliengesellschaft und entwickele jährlich 15 bis 20 eigene Objekte. In den großen Städten sei es ganz schwer, Flächen dieser Größe zu bekommen.

In Hannover wurden wir vier Läden geschlossen und ein großer neu aufgemacht; das sei ein Rossmann-Markt, wie sich das Unternehmen heute vorstelle, so Roßmann. In den neuen großen Läden gebe es zusätzliche Sortimente wie Spielwaren, Schreibwaren und Haushaltsbedarf. "Wir sind zwar nicht der größte Spielzeuganbieter, aber wir gehören schon zu den zehn größten in Deutschland", betonte der Unternehmenschef.

Onlinegeschäft mit Defiziten

In Rossmanns größtem Auslandsmarkt Polen sollen bis zum Jahresende 1.000 Filialen rund 1,5 Milliarden Euro an Umsatz beisteuern. Strategisch sieht Firmengründer Roßmann noch genug interne Aufgaben: "Dass ich jetzt nachdenke, in andere Länder zu gehen oder neue Sortimente einzuführen, ist nicht mein Arbeitsschwerpunkt." Weder in Tschechien noch bei Rossmann-Online sei die Gruppe profitabel.

Verluste gebe es auch in der Türkei, "wo vieles noch nicht so umgesetzt ist, wie wir uns das vorstellen". Das Einkaufsverhalten der Türken sei anders als das der deutschen und die Gewinnschwelle noch nicht greifbar nah. "Drei Jahre werden wir wohl noch brauchen, um erfolgreich zu werden", räumte Roßmann ein.

Auf finanzieller Seite stehe der Konzern blendend da; die Guthaben bei den Banken seien höher als die aufgenommenen Kredite. "Uns ging es noch nie so gut", sagte der 67-Jährige. "Wir sind für mögliche Probleme der Zukunft gerüstet. Unsere Eigenkapitalquote beträgt 45 Prozent - das ist im Handel ein außergewöhnlich guter Wert."