Die Zeiten, in denen der Drogeriehandel von der Schlecker-Pleite kräftig profitierte, sind vorbei. Das spürt auch Rossmann. Trotzdem stellte das Unternehmen 2014 einen Umsatzrekord auf.

Nach 16 Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten hat der Drogeriefilialist Rossmann 2014 wie erwartet etwas schlechter abgeschnitten. Dennoch markiert der Rekordumsatz von 7,2 Milliarden Euro noch immer eine klare Verbesserung von 8,7 Prozent zum Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag in Burgwedel bei Hannover mitteilte.

Zum Gewinn machte die als GmbH firmierende Gruppe keine Angaben. Ein Sprecher sagte lediglich, man sei "zufrieden". 2012 hatte die hinter dm Drogeriemarkt hierzulande zweitgrößte Drogeriemarktkette vor Steuern 222 Millionen Euro Gewinn gemacht und das 2013 laut eigenen Angaben noch gesteigert. Bilanzdetails will Rossmann im April bekanntgeben.

Polen ist stärkster Auslandsmarkt

Zum Jahreswechsel zählte Rossmann 43.700 Mitarbeiter - 3.700 oder fast 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei wuchs das Auslandsgeschäft mit 2.300 neuen und nun insgesamt 16.300 Beschäftigten kräftiger. Der Umsatz stieg um 11,7 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro.

Das Unternehmen ist in Polen, Ungarn, Tschechien, Türkei und Albanien aktiv. Polen ist dabei der stärkste Wachstumstreiber. Dort zählt Rossmann 993 Filialen und ist nach eigenen Angaben Marktführer.

Konkurrenz durch Lebensmitteldiscounter

Insgesamt gehören nunmehr 3.253 Läden zu der 1972 in Hannover gegründeten Kette - das sind gut 8 Prozent Plus gegenüber Vorjahr. Auch 2015 setzt Rossmann auf Expansion, will 170 Millionen Euro investieren und 340 Filialen neu eröffnen, 155 davon in Deutschland.

Unternehmenschef Dirk Roßmann hatte zuletzt berichtet, dass nach der Pleite des einstigen Branchenführers Schlecker Discountermärkte wie Netto und Aldi vermehrt für Konkurrenz sorgen. Das sei der Hauptgrund dafür, dass der Preiskampf erstarke und die Margen unter Druck seien.