Wegen möglicher illegaler Preisabsprachen ermittelt das Kartellamt auch gegen die Drogeriekette Rossmann. Dirk Roßmann weist die Vorwürfe zurück.

Der Chef und Inhaber der Drogeriemarkt-Kette Rossmann wehrt sich gegen Vorwürfe von Preisabsprachen. "Wir machen keine Deals mit der Industrie, weil wir uns die Preishoheit nicht nehmen lassen wollen", sagte Dirk Roßmann dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Er habe eine "absolut weiße Weste". Das Kartellamt suche Beweise dafür, dass die Industrie mit Zuwendungen jeglicher Art versucht habe, das Preisniveau für ihre Waren anzuheben, sagte Roßmann weiter. Bei ihm sei man dabei aber nicht fündig geworden.

Durchsuchungsaktion auch bei Rossmann

Das Bundeskartellamt hatte am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer bundesweiten Durchsuchungsaktion auch bei der Drogeriemarktkette mit Hauptsitz in Großburgwedel bei Hannover wegen des Verdachts von Preisabsprachen gefahndet.
Grund für die bundesweite Aktion im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Drogeriewaren- und Tierbedarfshandel ist nach Behördenangaben der Verdacht auf abgestimmte Endverbraucherpreise.

Im Februar 2007 sah sich die Drogeriekette noch mit ganz anderen Vorwürfen des Bundeskartellamts konfrontiert. Damals verhängte die Wettbewerbsbehörde ein Bußgeld von 300.000 Euro wegen angeblicher Verkäufe unter Einstandspreis. Im November 2009 hob das Oberlandesgericht Düsseldorf die Entscheidung zugunsten von Rossmann wieder  auf.