Rossmann, neben dm Hauptprofiteur der Schlecker-Pleite, meldet Rekordzahlen für 2012. Das rasante Wachstumstempo soll beibehalten und die Expansion in Südosteuropa vorangetrieben werden.

45 Millionen zusätzliche Kunden hätten 2012 hierzulande den Weg in die Rossmann-Verkaufsstellen gefunden, teilte Rossmann am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz mit. Die Zahl der Inlandsfilialen sei binnen Jahresfrist um 142 Filialen (plus 9 Prozent) gewachsen.

Deutschlands zweitgrößte Drogeriemarktkette hatte 93 Filialen der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz übernommen. Rossmann war im vergangenen Jahr neben dem neuen Platzhirschen dm damit der größte Profiteur der Schlecker-Pleite.

"Wir sind mit der Entwicklung sehr, sehr zufrieden", bilanzierte Firmenchef und -gründer Dirk Roßmann am Donnerstag am Unternehmenssitz in Burgwedel nahe Hannover. Das zusätzliche Jahresumsatzvolumen der übernommenen und zum Großteil schon umgebauten Schlecker-Läden liege bei etwa 250 Millionen Euro.

Bestes Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte

Die nach Filialzahl hierzulande stärkste Drogeriemarktkette hielt ihr rasantes Wachstumstempo aus dem vergangenen Jahr auch im Auftaktquartal 2013 bei. Von Januar bis Ende März verbuchte die Gruppe 1,54 Milliarden Euro Umsatz, was einem Plus von 16,4 Prozent  zum entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht. Das Unternehmen, das vom Umsatz her hinter dm rangiert, bleibt damit nach eigenen Angaben die wachstumsstärkste Drogeriemarktkette Deutschlands.

2012 hatten die Niedersachsen 5,95 Milliarden Euro Erlöse eingefahren - was einem Zuwachs um 16,1 Prozent entspricht. Der Konkurrent dm sprach jüngst davon, 2012 im Umsatz die 7-Milliarden-Euro-Grenze geknackt zu haben.

Rossmann fuhr 2012 vor Zinsen und Steuern (Ebit) auch ein Rekordergebnis ein. Es liege bei vier Prozent vom Umsatz, was auf Basis der mitgeteilten gerundeten Zahlen 238 Millionen Euro sind.

"Das war unser absolut bestes Geschäftsjahr. Mit vier Prozent liegen wir wahrscheinlich auch ganz weit vorne, was die Rentabilität angeht", sagte Roßmann. "Vor Ihnen sitzt ein sehr zufriedener Unternehmer." Der Wettbewerb mit dem Konkurrenten dm sorge ihn nicht. Er sei zuversichtlich, dass auch in den nächsten Jahren ein zweistelliges Wachstum drin sei.

280 neue Filialen in Planung

Rossmann treibt die Expansion weiter voran. 280 neue Filialen seien im In- und Ausland geplant. In der Türkei etwa standen zum Ende des Jahres mit 16 Läden doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Zwar hat Rossmann dort 2,5 Millionen Euro Verlust geschrieben, wie Dirk Roßmann verriet. Das Türkei-Geschäft bleibe auch absehbar defizitär.

Doch der Markt sei auf längere Sicht vielversprechend. Neben der Türkei hat Rossmann Auslandstöchter in Polen, Ungarn, Tschechien und Albanien. Starts in weiteren Ländern seien nicht ausgeschlossen.