Das Bundeskartellamt will das geplante gemeinsame Internetportal von T-Online und der Bild-Zeitung verhindern.

Das Bundeskartellamt will das geplante gemeinsame Internetportal von T-Online und der Bild-Zeitung verhindern.

Es sei zu befürchten, dass T-Online durch die Zusammenarbeit mit Bild die Wettbewerber aus dem Markt dränge, heißt es in Bonn. Schon heute hat die Telekom-Tochter mehr als 9 Mio. Kunden, die sich ins Internet einwählen. Das sind rund dreimal mehr als die nächsten Wettbewerber (AOL und Freenet), deren Dienste jeweils 3 Mio. Kunden in Anspruch nehmen.

Als problematisch sei auch der kostenpflichtige Bereich einzustufen. T-Online könnte sich hier eine Schlüsselposition aufbauen, da der Web-Dienst über die Telefonrechnungen der Mutter auch kleinste Beträge wirtschaftlich in Rechnung stellen könnte. Folge: Die Kunden müssten kein monatliches Bild-Abo im Internet bestellen, was zu einer vermehrten Nutzung des Dienstes führen würde. Andere Inhalteanbieter könnten dem Beispiel folgen und sich ebenfalls für T-Online entscheiden. Derzeit ist ohnehin ein Trend feststellbar, dass die Verlage versuchen, kostenlose Dienste auf Zahlbasis umzustellen.

Eine endgültige Untersagung wäre für die beiden Konzerne eine schwere Niederlage. Bild.de, das rund 100 Mio. Mal im Monat angeklickt wird, schreibt nach Brancheninformationen rote Zahlen im kritischen Bereich. Im Jahr 2001 wies der Springer-Verlag einen Fehlbetrag von 191 Mio. Euro aus.

Das Kartellamt hat sowohl die Telekom als auch den Axel Springer Verlag bereits abgemahnt und erwartet jetzt die Stellungnahme beider Unternehmen. Die Frist hierfür läuft grundsätzlich bis nächste Woche. In Bonn wird aber eine Verlängerung der Frist erwartet. (AP)


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