SAP konnte seine Preiserhöhung nicht durchsetzen. Die SAP-Anwendergruppe freut sich, doch eine Initiative unabhängiger Mittelstandskunden diskutiert weiter. 

Was die SAP-Oberen letztlich dazu veranlasst hat, sich den Protesten zu beugen und das neue, für gut die Hälfte der Mittelstandskunden teurere Support-Modell wieder zurück zu ziehen, wird man wohl nie erfahren. Die  Deutsche SAP-Anwendergruppe (DSAG) jedenfalls reklamiert den Sieg für sich: "Wir sind hocherfreut. Der hartnäckige Dialog mit SAP hat zum Erfolg geführt", sagt Professor Karl Liebstückel, DSAG-Vorstandsvorsitzender, in einer Pressemitteilung.

Die DSAG habe als Sprachrohr der Anwender im Konzert mit Verbänden und Initiativen die Situation der Kunden eindrucksvoll bei SAP verdeutlicht und eine Abkehr vom Einheitssupport erreicht.

"In der Konsequenz bedeutet dies, dass für diese Kunden die bisher geplante Preiserhöhung für 2009 ausgesetzt und die Wahlmöglichkeit zwischen Enterprise Support und Standard Support eingeräumt wird", heißt es weiter. "Beide Forderungen der DSAG – zeitliche Verschiebung des Enterprise Support und der Erhalt eines optionalen Support-Modells – wurden damit für diesen Kundenkreis erfüllt."
 

Schweizer Kunden gucken noch in die Röhre

Bleiben noch die Schweizer SAP-Kunden, für die der Rückzug des Software-Giganten nicht gilt:  "In der Schweiz liegt  eine andere vertragsrechtliche Situation vor. Für die Schweizer Mitglieder setzt sich die DSAG weiter ein. Die Gespräche laufen wie gewohnt sachlich, aber beharrlich weiter", heißt es von der deutschsprachigen Anwendergruppe.

Unterdessen diskutieren einige namhafte SAP-Anwender aus dem Mittelstand, die sich in einem Initiativkreis zusammengeschlossen haben, weiter über die "realitätsfernen Forderungen seitens SAP für die Zusammenarbeit in der Zukunft" sowie die "technischen Mängel der einstmals maßgeschneiderten SAP-Programme".