Stephan Cifka und Markus Koczy
Stephan Cifka und Markus Koczy
Um Suchmaschinenoptimierung professionell und flächendeckend durchführen zu können, ist man auf verschiedene Analyse-Tools schlichtweg angewiesen. Diese recherchieren Daten in Sekundenschnelle und bereiten Sie übersichtlich auf, was mit manueller Handarbeit in dieser Form schlichtweg nicht möglich wäre. Von den verschiedenen Features, welche die einzelnen Tools anbieten, stellte die reine Backlinkanalyse lange den Kernbereich einer jeden SEO-Analyse dar. In den letzten Jahren hat hier allerdings ein Wandel stattgefunden, hin zu mehr Spezialisierung einzelner Tools auf bestimmte Bereiche des SEO. Stephan Cifka und Markus Koczy von der Agentur AKM3 vergleichen in einem Gastbeitrag die größten SEO- und Backlink-Tools.

Auch die größeren Allround-Tools wie Sistrix oder Searchmetrics haben diesen Wandel erkannt und versuchen vermehrt neue Features in ihr Portfolio einzubauen, um allen Ansprüchen gerecht zu werden.

Im Folgenden sollen die größten SEO- und Backlink-Tools genannt und hinsichtlich ihrer Vorzüge in den einzelnen SEO-Bereichen miteinander verglichen werden. Des Weiteren werden zu einigen Kerndisziplinen auch vielversprechende Spezial-Tools vorgestellt, welche in den speziellen Anwendungsfällen durchaus als Alternative zu den eher breiter aufgestellten Komplettlösungen gelten dürfen.

Backlinkanalyse

Die Kernfunktion der allermeisten SEO-Tools besteht darin, die Anzahl der Links zu ermitteln, welche auf die eigene Domain verweisen, und diese im besten Fall noch zu bewerten. In dieser Disziplin haben sich seit jeher ausländische Tools besonders hervorgetan. Majestic SEO aus Großbritannien zählt seit jeher als verlässliches und tiefgreifendes Tool in Sachen Backlink-Analyse, so dass auch deutschsprachige Tools wie SEOlytics oder die LinkResearchTools auf die Daten des UK-Anbieters zurückgreifen. In den letzten zwei Jahren hat sich aber vor allem ahrefs als Backlink Checker einen Namen gemacht und ging im letzten Jahr bei fast allen Tests als Spitzenreiter hervor. Ähnlich gute Daten erhält man mit den Backlink Reports von cognitiveSEO.

Backlink-Auswertung bei ahrefs
Backlink-Auswertung bei ahrefs

Konkurrenzanalyse

Bevor man in einen Themenbereich oder eine Branche einsteigt, ist eine Analyse der Konkurrenten unerlässlich. Einige Tools können das kompetitive Umfeld anhand von Keywords und Rankings sehr gut erfassen und grafisch aufbereiten. Die LinkReserachTools haben dabei einige gute Funktionen im Angebot. So ist es bspw. möglich, sich das Linkwachstum einiger ausgewählter Domains über einen Zeitraum von 24 Monaten anzeigen zu lassen. Auch Sistrix liefert mit einem Klick einen guten Überblick über die Konkurrenz.

Auswertung bei Sistrix
Auswertung bei Sistrix

Linkrecherche

Des Weiteren gehört neben der Backlinkanalyse natürlich auch die Linkgenerierung zu einer der Hauptaufgaben eines jeden SEOs. Um neue Linkquellen zu erschließen, empfiehlt es sich deshalb das Backlinkprofil der Konkurrenz zu überwachen. Die LinkResearchTools bieten dafür mit den Link-Alerts eine praktikable Lösung an, um schnell auf neue Linkquellen für die eigene Domain aufmerksam gemacht zu werden. Auch SEOlytics bietet mit dem Domainfinder eine Datenbank an, bei der auf Keywordbasis themenrelevante Domains als potenzielle Ziele für die eigene Linkakquise gefunden werden.

Linkmanagement

Neben Backlinkanalyse und –Recherche herrscht bei vielen SEO-Agenturen zunehmend der Wunsch, die eigenen Linkaktivitäten zu dokumentieren. Oft vergeht viel Zeit beim Aufbau eines konkreten Links und mit immer mehr Mitarbeitern und Projekten lässt sich mit einzelnen Emails und Excel-Tabellen leicht der Überblick verlieren. Momentan sind mit linkbutler und linkbird zwei spezielle Tools auf dem Markt, die diesem Wunsch nach mehr Professionalität beim Linkmanagement nachkommen wollen. Linkbird punktet hier mit dem ausgereifteren System bestehend aus Linküberprüfung, Rankingüberwachung, dokumentierter Mail-History zu einzelnen Links, Reportings und Logins für Kunden und vielen weiteren Features. Zudem überzeugt linkbird mit seiner hohen Internationalität. Linkbutler ist dafür etwas günstiger im Preis.

Keywordrecherche

Keywords und Links gehen im SEO wie selbstverständlich Hand in Hand. Und so ist neben der Linkrecherche auch eine Recherche nach potentiellen Keywords unumgänglich. Auch wenn viele SEOs hier in erster Linie auf die Google-eigenen Dienste zurückgreifen (seit neuestem der Google Adwords Keyword-Planer) so versuchen auch hier einige externe Tool-Anbieter diesen Prozess zu unterstützen. Das auf SEA-Kampagnen fokussierte Tool SEMrush bietet seinen Nutzern ein solches Feature bereits seit längerem an und liefert neue und interessante Keyword-Sets für die eigene Domain aus seiner Datenbank bestehend aus 10 verschiedenen Ländern.

Keywordmonitoring

Die tägliche Überwachung der einzelnen Keywords, auf die man mit seiner Seite auf den verschiedenen Positionen in den SERPs rankt, ist notwendig, um sowohl die Rankingverbesserungen als auch die -Verschlechterungen durch die eigenen SEO-Maßnahmen erkennen zu können. Hier bieten vor allem SEOlytics, XOVI, Sistrix und Searchmetrics verschiedene Dienste an, die sich jedoch preislich und qualitativ unterscheiden. Diese Unterschiede sind abhängig von der Menge der zu überwachenden Keywords.

Keywordmanagement

Neben den Allroundanbietern gibt es auch Tools, die sich auf das Keywordmanagement spezialisiert haben. Das SEO Cockpit aus dem Hause Swiss Made Marketing zapft verschiedene Google Datenbanken wie den Keyword Planer, Google Suggest, Google Related Search und Google Adwords Synonyme an, um seinen Nutzern das optimale Keywordset zu liefern. Darüber hinaus bietet auch SEO-Cockpit ein Monitoring der eigenen Projekte und einen Wettbewerbervergleich an.

Auf das Keywordmanagement spezialisiert: das SEO Cockpit aus dem Hause Swiss Made Marketing
Auf das Keywordmanagement spezialisiert: das SEO Cockpit aus dem Hause Swiss Made Marketing

On-Page-Analyse

Markige Werbefigur: Captain OnPage
Markige Werbefigur: Captain OnPage
Die meisten Allround-Anbieter fokussieren sich mit ihren Analysen eher auf den Off-Page-Bereich wie die Backlinkstruktur oder Rankinganalysen. Nicht zuletzt durch die letzten einschlägigen Google Updates ist jedoch die Struktur der Seite selbst immer mehr in den Fokus gerückt. Dadurch ist es nicht verwunderlich, dass der Bedarf an speziellen On-Page-Analyse-Tools vermehrt wächst. Dabei haben sich einige Anbieter hervorgetan, die sich vor allem in der Komplexität unterscheiden.

Für Einsteiger ist zunächst der rankingCoach zu empfehlen, da sich dieses Tool in erster Linie an kleine bis mittelständische Unternehmen richtet, welche in der Regel keine allzu großen Webseiten haben. Nutzern werden die einzelnen Schritte der Seitenoptimierung nach Wunsch mit Video-Tutorials veranschaulicht. Die Fortschritte der eigenen Maßnahmen lassen sich über das Dashboard erkennen.

OnPage.org, aus dem Hause Tandler-Doerje-Partner, richtet sich sowohl an SEO-Einsteiger als auch an fortgeschrittene SEOs. Die untersuchten Bereiche und Kriterien werden ausführlich erklärt. Mit der Unterteilung in Server, Keywords, Meta, Inhalt, Links, Bilder, Architektur und Werkzeuge werden alle relevanten Bereiche einer Webseite abgedeckt.

Mit dem Screaming Frog und strucr sind zwei Tools auf dem Markt, die wesentlich tiefer in das technische Gerüst der Seite greifen und deshalb eher fortgeschrittenen Usern zu empfehlen sind. Der Screaming Frog SEO Spider, so der volle Name, wird, verglichen mit den anderen, meist webbasierten Tools, auf dem eigenen PC installiert und kann somit beliebig viele Unterseiten einer Domain crawlen. Die Leistung des Tools ist lediglich vom eigenen Arbeitsspeicher und dem Webserver der untersuchten Domain abhängig. Screaming Frog liefert tiefgreifende Erkenntnisse zu Ebenenstruktur, interner Verlinkung, Titles und Descriptions, Duplicate Content und Statuscodes einer Webseite. Strucr hingegen ist das technischste der hier vorgestellten Tools. Es kann mehr als 10.000 Unterseiten crawlen und ist deshalb für besonders große Seiten geeignet. Neben den genannten Features des Screaming Frog werden hier auch zu lange oder zu kurze Titles sowie Robots.txt- sowie Canonical-Zuweisungen identifiziert.

Fazit

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass es das eine perfekte SEO-Tool nicht gibt. Vielmehr sollte man die Stärken der einzelnen Tools für sich nutzen. Der Trend zur Spezialisierung wird weiter anhalten. Je nachdem mit welchem Themenbereich man sich beschäftigt, wird man auch detailliertere Daten angewiesen sein. Die großen Allround-Tools können bestenfalls einen groben Überblick bieten.