Nach den Marketing-Clouds von Adobe und Oracle setzen wir die Reihe mit Salesforce fort. Damit ist einer der jüngsten Vertreter der Marketing-Suiten an der Reihe. Und der hat bereits eine Menge zu bieten.

Vertriebsorientiertes Marketing

Seinen beachtenswerten Erfolg der vergangenen Jahre verdankt Salesforce seiner "Sales Cloud". Das rein webbasierte CRM-System wird von über 100.000 Kunden eingesetzt. Rund um diesen Kern gruppieren sich viele Erweiterungen externer Entwickler, die in einem App-Store angeboten werden.

Die Bausteine seiner Marketing-Cloud verdankt das Unternehmen der Übernahme anderer Firmen. Zentraler Bestandteil sind Exact Target (2013 übernommen) und Radian6 (2011 eingegliedert).

Editionen der Salesforce Marketing Cloud
Editionen der Salesforce Marketing Cloud

Als Entwickler eines CRM steht für Salesforce vertriebliche Aktivität im Zentrum seiner Lösungswelt. Das ist der Marketing Cloud im Grunde auch anzumerken. So ist die Integration zur Salescloud (also dem eigentlichen Salesforce) nahtlos. Weitere Datenquellen (z.B. aus einem ERP-System) sind nicht so nahtlos integriert.

Was die Salesforce Marketing Cloud leistet

Eine Marketing-Cloud-Lösung (bzw. Marketing-Suite) sollte wenigstens diese funktionalen Bereiche abdecken, um vollständig zu sein:

  • Datenmanagement
  • Business Intelligence bzw. Marketingautomatisierung
  • Kampagnenplanung und Steuerung
  • Personalisierung von Werbemitteln

Alle diese Möglichkeiten bietet auch die Salesforce Marketing Cloud.

Basis bildet die Plattform für die Datenkonsolidierung. Diese fasst Daten aus dem CRM und der Webanalyse zusammen. Ohne Brüche arbeitet dieser Teil mit dem Salesforce CRM zusammen. Drittlösungen werden aber unterstützt. Innerhalb des Moduls lassen sich Customer Journeys ableiten und analysieren, um auf den Weg der Kunden reagieren zu können.

Discover ist der Name des integrierten Analysewerkzeugs, das auch mit weiteren externen Informationen angereichert werden kann. Insgesamt wirkt das Datenmanagement sehr geschlossen und aufgeräumt. Alle Bausteine greifen gut ineinander.

Im Audience Builder, der eng mit dem CRM verknüpft ist, legen die Anwender in der Marketing Cloud die Zielgruppen fest. In Echtzeit (sofern das Salesforce CRM eingesetzt wird) können die Ergebnisse der Segmentierungen und Filter abgerufen werden.

Im Journey Builder definieren die Nutzer über Kanäle und Gerätegrenzen hinweg die geplanten Aktionen und Touchpoints mit der Marke und den Produkten. Mehrstufige und komplexe Workflows werden über die durchaus auch optisch ansprechende Oberfläche definiert.

Journey Builder von Salesforce.
Journey Builder von Salesforce.

In Sachen Kampagnenmanagement und Steuerung kann Salesforce viel, kann aber nicht verleugnen, dass hier eine ganze Reihe von Diensten unter ein Dach gepresst wurden.

Die Kernfunktionen stammen nach wie vor von Exact Target. Und das hat seine Wurzeln im klassischen Dialogmarketing. Wer also per Web und E-Mail seine Kunden und Interessenten erreichen will, greift auf starke Funktionen zurück. Display-Werbung in sozialen Kanälen wird mit einem Werkzeug abgewickelt, das einst auf den Namen Social.com hörte. Während "Buddy Media" für das Bespielen sozialer Netzwerke mit Content verantwortlich ist.

So stark Salesforce in dieser Hinsicht aufgestellt ist, zeigt das Konstrukt aber doch Schwächen. So ist der Bereich klassischer Display-Werbung oder das Booking von Search Engine Marketing so gut wie nicht vorhanden. Kunden setzen hier am besten auf externe Dienste.

Exact Target war gut in Sachen Personalisierung, und somit ist es auch die Salesforce Cloud. CloudPages nennt sich das Modul, mit dem sich auch ohne technische Kenntnisse Landingpages zusammenklicken lassen. Das gilt auch für den Bau von Newslettern. Das Prinzip der Dynamisierung und Personalisierung ist verständlich aufbereitet und kann schnell umgesetzt werden. Slogans, Texte und Bildmaterial werden zentral abgelegt und können somit in verschiedenen Kampagnen wieder verwendet werden (Asset Management). Bei der Individualisierung von Inhalten bis in den Shop hinein muss sich Salesforce aber sowohl Adobe als auch Oracle geschlagen geben.

Salesforce hat somit ein durchaus vielversprechendes Paket zusammengestellt, das an der einen oder anderen Stelle noch Integration erfordert.

Kalkulierbare Kosten mit festem Preismodell

Anders als die beiden bisher vorgestellten Marketing-Clouds wird die Marketing Cloud zu direkt kalkulierbaren Preisen mit einer öffentlichen Preisliste angeboten. Wer auf E-Mail-Marketing, Web und Mobile setzt, ist bereits mit 320 Euro pro Monat dabei. Umso mehr Funktionen gewünscht sind und umso mehr Kontakte damit erreicht werden sollen, umso teurer wird es allerdings.