Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz räumt eine Mitschuld an der Arcandor-Krise ein. Sie habe viel Geld verloren und müsse deshalb beim Discounter einkaufen, sagte sie in einem Interview.

"Ich habe viel zu spät gemerkt, dass ich die Kontrolle verloren habe", erklärte die Quelle-Erbin in einem Interview mit der Zeitung "Bild am Sonntag". "Doch die Fehler im operativen Geschäft verantworte ich nicht, dafür gab und gibt es ein Management", sagte sie.

Sie wisse, dass sie Verantwortung für das Schicksal der Arcandor-Mitarbeiter habe, könne ihnen aber nicht helfen: "Ich habe keinen direkten Einfluss mehr".

Madeleine Schickedanz ist die größte Einzelaktionärin von Arcandor. Über einen Pool hält sie einen Anteil von 26,7 Prozent am insolventen Konzern.

Ex-Milliardärin kauft beim Discounter ein

Wegen der Schieflage der Quelle-Mutter Arcandor habe sie viel Geld verloren. Der Wert ihres Aktienpakts sei von einst drei Milliarden Euro auf rund 27 Millionen Euro geschrumpft.

Das Zusammenschmelzen des Vermögens hat für die Ex-Milliardärin Folgen: "Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat. Wir kaufen auch beim Discounter. Gemüse, Obst und Kräuter haben wir im Garten", sagte Schickedanz der "Bild am Sonntag".

Spekulationen um Zerschlagung

Im Interview bezeichnete sich Schickedanz als "Mittelständlerin, die privates Geld und Vermögen in die Firma investiert hat". Misslingt die Rettung von Arcandor,  würde sie "alles verlieren".

Mittlerweile wird über eine Zerschlagung des Konzerns spekuliert. Laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick Investmentbanken als "Plan B" beauftragt, Möglichkeiten für einen Teilverkauf der Warenhauskette Karstadt und des Versandhändlers Primondo auszuloten.

dpa / DH