Die deutsche Wirtschaft übt deutliche Kritik an den E-Business-Beratungskompetenzen der klassischen IT-Anbieter: Beratungsschwächen verursachen bei E-Business-Projekten hohe Abbruchquoten.

Die deutsche Wirtschaft übt deutliche Kritik an den E-Business-Beratungskompetenzen der klassischen IT-Anbieter, die ursprünglich aus dem Geschäft für herkömmliche Computerlösungen stammen und sich erst seit neuestem dem Markt für den elektronischen Handel widmen. Nicht einmal jedes zehnte Unternehmen vertraut nach einer Erhebung von Sterling Commerce dem Know-how dieser Anbieter im Internetbereich. Dagegen äußerten aber 41% der befragten Manager einen negativen Eindruck. Der internationale E-Business-Spezialist Sterling Commerce hatte hierzu 528 Firmen mit einem Umsatz von über 100 Mio. DM befragt.

Bestätigt wird diese skeptische Einschätzung durch die Praxiserfahrungen der Unternehmen. Wer im E-Business bereits Beratungsleistungen von IT-Anbietern in Anspruch genommen hat, zeigt sich mehrheitlich von den Ergebnissen enttäuscht. Lediglich 4% geben ihnen gute Noten, weitere 16% stellen ein zufriedenstellendes Urteil aus. Mit 31 % ist der Kreis der Unternehmen, die mit den Beratungskompetenzen "schlechte Erfahrungen" gemacht haben, jedoch wesentlich größer. In jedem vierten Fall hat dies dazu geführt, dass die Umsetzung ihrer Strategien im elektronischen Handel gestoppt wurde. Weitere Firmen haben deshalb immerhin den Realisierungszeitpunkt verschoben.

Die Unternehmen mit negativen Erfahrungen kritisieren der Erhebung zufolge bei den IT-Anbietern vor allem unzureichende Kenntnisse beim Aufbau spezifischer Geschäftsprozesse für das Online-Business sowie die Kompetenzen in den Integrationstechnologien. Auch die strategische Beratung und die Fähigkeiten beim Aufbau elektronischer Handelsgemeinschaften schneiden im Urteil der Befragten mehrheitlich schlecht ab. Nur beim Markt- und Branchenwissen haben die E-Business-Berater der IT-Firmen aus dem klassischen Computergeschäft überwiegend positive Eindrücke hinterlassen.

"Für Lösungen im elektronischen Handel sind spezifische und gleichzeitig sehr vielfältige Kompetenzen erforderlich, die auch bei größtem Ehrgeiz nicht von heute auf morgen aufgebaut werden können", urteilt Roland Ebert-Weglehner aus dem Management von Sterling Commerce. "Da inzwischen jedoch fast jeder Anbieter E-Business in sein Portfolio aufgenommen hat, ist es für die Unternehmen schwer zu unterscheiden, wer sich in diesem Markt die ersten Sporen verdienen will oder wer bereits über das notwendige Know-how und ausreichende Erfahrungen verfügt." Durch die fehlende Transparenz des Leistungsniveaus habe es zwangsläufig zu Problemen kommen müssen. "Die große Zahl der Newcomer im Markt der E-Business-Lösungen erweist sich zweifellos als Hürde für die Akzeptanz von Strategien im elektronischen Handel", urteilt Ebert-Weglehner. (ST)


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