Bei Schlecker wird weiterhin gearbeitet. Filialen der früheren Drogeriekette gibt es zwar nicht mehr, aber in der Zentrale müssen mehrere Mitarbeiter immer noch die Pleite des Unternehmens aufarbeiten.

Die Abwicklung der untergegangenen Drogeriemarktkette Schlecker dauert wahrscheinlich länger als erwartet. "Das Verfahren wird sicher noch bis nächstes Jahr dauern", erklärte die Insolvenzverwaltung auf dpa-Anfrage.

Demnach ist Schlecker wohl erst Ende 2015 weitgehend abgewickelt. Ursprünglich war dies bereits ein Jahr vorher erwartet worden. Den Angaben zufolge haben unter anderem viele frühere Beschäftigte noch Zeugnisse und Arbeitsbescheinigungen erbeten. Hinzu kommen langwierige Abrechnungen von Mietverhältnissen.

Für die Zentrale wird ein Käufer gesucht

Dreißig Mitarbeiter von Schlecker seien noch mit der Abwicklung betraut und dabei auch in der einstigen Zentrale in Ehingen bei Ulm tätig. Für das Gebäude wird noch ein Käufer gesucht. Die Stadt hat bereits Interesse gezeigt.

Die Dimensionen der Pleite des einstigen Drogeriemarktimperiums belegen die Zahlen:

- 50.000 Mitarbeiter hatte Schlecker in seinen besten Zeiten.
- 25.000 Menschen kostete die Pleite des Unternehmens den Arbeitsplatz.
- 9.000 Schlecker-Märkte gab es vor der Insolvenz im In- und Ausland.
- Rund 1.000 der insgesamt 6.000 deutschen Filialen hätten nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi wiederbelebt werden können.
- 73.000 Euro zahlte ein Hilfsfonds an ehemalige Mitarbeiter.
- Eine Milliarde Euro forderten Gläubiger nach der Pleite.
- 10,1 Millionen Euro zahlte Anton Schleckers Familie an die Insolvenzverwaltung.