Verdi will die geplanten Filialschließungen bei Schlecker genau prüfen. Während die politischen Bemühungen um die insolvente Drogeriekette weiterlaufen, wollen Mitarbeiterinnen bundesweit demonstrieren.

Die Gewerkschaft Verdi verlangt vom Schlecker-Insolvenzverwalter so schnell wie möglich Listen über die rund 2.400 Filialen der Drogeriekette, die geschlossen werden sollen.

"Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sagte Bernhard Franke, der baden-württembergische Verdi-Handelsbeauftragte, am Mittwoch in Ulm nach dem zweiten Tag der Gespräche über einen Sozialplan. Sie sollen kommende Woche weitergehen.

Transfergesellschaft zum Greifen nah

Es sei nun klar, dass auch Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz einer Transfergesellschaft für die 11.750 Beschäftigten, die gehen sollen, einen hohen Stellenwert einräume.

Nun müsse die Politik dafür sorgen, dass die Zeit bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens verlängert werde. Das wird spätestens Anfang April eröffnet. "Eine Verlängerung des Insolvenzgeldes ist dringend erforderlich", forderte Franke. "Die Rettung tausender Arbeitsplätze darf nicht am Faktor Zeit scheitern."

Schlecker-Betriebsrätinnen und Verdi demonstrieren

Am Weltfrauentag an diesem Donnerstag wollen die Schlecker-Betriebsrätinnen auf die Straße gehen, um gemeinsam mit Verdi um ihre Existenz zu kämpfen. Schlecker beschäftigt vor allem Frauen. In zahlreichen Städten wollen sie mit zahlreichen Aktionen die Politik um Unterstützung beim Kampf um ihre Arbeitsplätze auffordern.

Das baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsministerium will mit einer "Task Force Unternehmensbetreuung" helfen, teilte es in Stuttgart mit. Sie solle alle Aktivitäten des Landes im Fall Schlecker sowie die Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion der Arbeitsagentur koordinieren.

Auch das Staatsministerium, das Sozialministerium, das Ministerium für den ländlichen Raum sowie die landeseigene L-Bank seien an der Gruppe beteiligt.