Nach der Pleite des österreichischen Drogerieunternehmens Dayli wartet Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz auf sein Geld. Dayli soll indes mit neuem Eigentümer weiterbestehen.

Branchenkreisen zufolge hat Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz noch Forderungen von 4,6 Millionen Euro an den österreichischen Investor Rudolf Haberleitner, der bislang hinter Dayli stand.

Haberleitner, der an ehemaligen Schlecker-Standorten ein neues Nahversorgungskonzept umsetzen wollte, hatte bis zuletzt noch nach einem Investor gesucht, sich zuletzt aber dem Druck der Gläubiger gebeugt. 

Mit dem Insolvenzantrag, der am heutigen Donnerstag beim Amtsgericht Linz eingereicht wurde, kam der 68-Jährige dem Kreditschutzverband KSV 1870 zuvor. Der hatte Daily ein Ultimatum bis Donnerstag gestellt und damit gedroht, andernfalls selbst Konkurs-Antrag zu stellen.

Dayli soll weiterleben

Dayli hat in Österreich seit dem vergangenen Jahr rund 900 ehemalige Schlecker-Standorte neu eröffnet. 100 davon wurden im Juni 2013 allerdings bereits wieder geschlossen. Die Regale in den verbleibenden Filialen hatten sich in den vergangenen Tagen zusehends gelichtet. Nach Schätzungen des KSV 1870 kostet der Geschäftsbetrieb täglich rund 500.000 Euro.

Unmittelbar vor dem Insolvenzantrag soll Haberleitners Beteiligungsgesellschaft TAP 09 Dayli für den symbolischen Euro an die ICU Unternehmensberatungs GmbH von Martin Zieger verkauft haben. Zieger war zuvor unter anderem Geschäftsführer von Hunkemöller, Charles Vögele und Palmers in Österreich.

Haberleitner soll Schlecker-Österreich 2012 für 7 Millionen Euro gekauft haben. Ein Geiwitz-Sprecher äußerte sich zur Höhe des Kaufpreises nicht, bestätigte aber, dass bereits erste Raten gezahlt worden seien.

Haberleitner übt Kritik an Gewerkschaft

Haberleitner wollte aus Dayli einen Rundum-Nahversorger mit umfangreichem Service von Reinigung bis Copyshop und Bistro machen. Auch in Deutschland sollten noch 2013 mehrere Hundert Filialen eröffnet werden. Die erste war bereits für das Frühjahr angekündigt, der Termin verschob sich dann aber immer weiter nach hinten.

Die Insolvenz des Unternehmens begründet Haberleitner damit, dass das Nahversorgungskonzept nicht wie geplant umgesetzt werden konnte und führt dabei Widerstand von Gewerkschaften und Mitarbeitern, und die gescheiterten Pläne zur Sonntagsöffnung ins Feld.

Eine Ratenzahlung von Dayli, die Ende Juni fällig gewesen wäre, hat Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz bisher nicht bekommen. Sorgen um sein Geld muss er sich offenbar aber nicht machen: "Unsere Forderungen sind gesichert", sagte Geiwitz` Sprecher.

san mit Material von dpa