Lars und Meike Schlecker nehmen in einer Pressemitteilung Stellung zum Ende der Drogeriekette ihres Vaters - und auch zu den aktuellen Vermögensverhältnissen der Familie.

"Es ist ein Schock, eine Tragödie und ein Desaster" - so schildern die Unternehmerkinder Meike und Lars Schlecker in einem "persönlichen Statement", das heute verbreitet wurde, ihre Gefühle nach dem Ende der Drogeriekette. Das Lebenswerk ihrer Eltern sei "komplett zusammengebrochen". "Da gibt es kein Zurück in die Normalität."

Beim Thema Vermögensverhältnisse relativiert Meike Schlecker den Satz "Es ist nichts mehr da", ausgesprochen auf einer Pressekonferenz Anfang dieses Jahres. Der sei zwar richtig gewesen, denn es war kein signifikantes Vermögen vorhanden, um das Unternehmen zu retten.

Jedoch habe das Eigentümer-Ehepaar Schlecker "Gütertrennung vereinbart - und auch wir, die Kinder Meike und Lars Schlecker, verfügen über ein eigenes Vermögen."

Anton Schlecker und die Sippenhaft

Anton Schlecker dagegen besitze kein Vermögen mehr: "Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles als Teil der Insolvenzmasse abgeben müssen". Er werde jedoch von seinen Kindern unterstützt, denn: "Sippenhaft gibt es im deutschen Recht nicht".

Die Familie habe aber in den vergangenen Jahren massiv Gelder in die Firma eingebracht - 49 Millionen Euro als private Einlagen sowie rund 64 Millionen Euro über eine Dienstleistungsgesellschaft, die nun ebenfalls insolvent ist.

"Mit diesem Geld gehen wir genauso wie alle anderen nicht vorrangigen Gläubiger in die vermutlich recht magere Quote ein und werden es sicherlich nicht zurückbekommen", sagen die Schlecker-Erben.

Angaben zur Vermögenslage "übetrieben"

"Übertragungen insbesondere in den letzten vier, aber auch in den letzten zehn Jahren, die im Sinne des Insolvenzrechtes rückübertragen werden müssen, werden selbstverständlich diskutiert und gegebenenfalls auch rückübervergütet", sagen die Schlecker-Kinder.

Kursierende Angaben über ihre Vermögenslage lägen "merklich über der Wirklichkeit". Eine Offenlegung des Vermögens lehnen sie jedoch als "Privatsache" ab.

Es folgen in der Pressemitteilung einige Schuldeingeständnisse ("Wir haben zu spät begonnen, gegenzusteuern") und auch Vorwürfe gegen Verdi ("Die Gewerkschaft war in der Rolle des Verteidigers des Flächentarifvertrags gefangen").

Insgesamt gibt das in sehr persönlichen Worten gefasste Statement einen sehr verbitterten Eindruck, trägt aber nicht unbedingt zur Klärung der Sachverhalte bei.