Die Zeit drängt - aber die "Schleckerfrauen" haben immer noch keine Gewissheit, ob sie nach dem Jobverlust von einer Transfergesellschaft aufgefangen werden. Baden-Württemberg ist weiter das aktivste Bundesland.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg wird erst nächste Woche entscheiden, ob sie mit einer Bürgschaft für die geplante Schlecker-Transfergesellschaft in Vorleistung tritt. Die Entscheidung darüber müsse im Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landtags getroffen werden, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Stuttgart. "Wir streben eine Sitzung des Ausschusses für nächste Woche an", sagte er.

Nachdem Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen aller 16 Bundesländer am Donnerstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren, prüft das Stammland der Drogeriekette nun, ob es die Auffanglösung für die Beschäftigten zunächst alleine auf den Weg bringt. Dafür müsste ein Kredit der staatseigenen KfW von 71 Millionen Euro mit einer Bürgschaft abgesichert werden.

1. April ist der Stichtag

Wenn Baden-Württemberg zunächst in Vorleistung trete, müssten die anderen Bundesländer schauen, wie sie sich durch eine Rückverbürgung daran beteiligen könnten, sagte der Ministeriums-Sprecher. Probleme können dabei unter anderem in Nordrhein-Westfalen auftreten, wo sich der Landtag als zuständiges Gremium aufgelöst hat.

In der Transfergesellschaft könnten die Schlecker-Beschäftigten, die im Zuge der Insolvenz ihren Arbeitsplatz verlieren, bis zu einem Jahr lang qualifiziert und in neue Jobs vermittelt werden. Die Zeit drängt, denn an diesem Samstag sollen die meisten der 2.200 Filialen, die auf der Streichliste stehen, endgültig schließen.

Zum 1. April sollen die 11.000 entlassenen Schlecker-Mitarbeiter in die Transfergesellschaft übernommen werden. Die Beschäftigten sind zum Großteil Frauen.

Mitarbeiter haben bis Dienstag Zeit

Die Beschäftigten müssen sich bis Dienstag entscheiden, ob sie in eine Transfergesellschaft wechseln wollen. Diese Frist gelte auch dann, wenn am Dienstag noch gar nicht klar sei, ob es überhaupt eine Transfergesellschaft geben werde, sagte ein Sprecher der Agentur für Arbeit Baden-Württemberg am Freitag in Stuttgart.

"Wenn Beschäftigte nicht in die Transfergesellschaft wollen, dann muss der Insolvenzverwalter ja die Kündigungen vorbereiten und versenden. Dafür ist eine gewisse Vorlaufzeit nötig."