An diesem Montag beraten die Bundesländer, ob sie die Forderung von Wirtschaftsminister Rösler erfüllen können: Für einen Staatskredit für Schlecker sollen sie die volle Haftung übernehmen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler beharrt im Ringen um eine Zwischenfinanzierung bei der insolventen Drogeriekette Schlecker auf einer alleinigen Kredithaftung der Länder. Der Bund sei nach wie vor zu einem Kredit der Staatsbank KfW bereit. "Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Baden-Württemberg zusammen mit den anderen betroffenen Ländern die volle Haftung übernimmt", bekräftigte eine Ministeriums-Sprecherin am Montag Berlin. Die Lastenteilung überfordere mit Sicherheit kein Land.

Die angestrebte Transfergesellschaft soll entlassenen Beschäftigten den Übergang in einen neuen Job ermöglichen. Dazu werden die bisherigen Verträge der Mitarbeiter aufgehoben, und sie erhalten auf höchstens zwölf Monate befristete Anstellungen bei der Transfergesellschaft. Die Bundesländer entscheiden heute, Montag, ob sie für diese Lösung bürgen. Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz benötigt zur Finanzierung der Transfergesellschaft rund 71 Millionen Euro.

An diesem Montag wollen die Bundesländer in Berlin darüber und klären, ob sie für einen Kredit bürgen.

200 Filialen weniger werden geschlossen

Die Gewerkschaft Verdi macht den Beschäftigten indes Hoffnung, dass der angekündigte Stellenabbau bei Schlecker etwas moderater ausfallen könnte. Die Zahl der gestrichenen Arbeitsplätze werde unter 11.750 liegen, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Sonntag in Kassel. Denn statt, wie ursprünglich beabsichtigt, 2.400 sollen nur 2.200 Filialen geschlossen werden.

Vor zweieinhalb Wochen hatte Insolvenzverwalter Geiwitz bei der Vorstellung seines Sanierungskonzepts davon gesprochen, dass 11.750 Jobs gestrichen werden müssen. Nutzenberger erklärte nun, dass die Zahl der reduzierten Stellen"deutlich" niedriger liegen werde.

Die Kündigungslisten sollen voraussichtlich Dienstag feststehen. Verdi und der Schlecker-Betriebsrat brauchen nach eigenen Angaben zwei weitere Tage.
Genaue Zahlen darüber, wie viele Schlecker-Beschäftige ihre Jobs verlieren, gibt es derzeit nicht.