Bei Schlecker gibt es wieder etwas zu kaufen: Das Unternehmen meldet den Eingang von Lieferungen. Die Gewerkschaft Verdi begrüßt die Einbindung der Beschäftigten beim Kampf um den Erhalt der Drogeriekette.

Die insolvente Drogeriekette Schlecker wird nach eigenen Angaben wieder in großem Umfang beliefert. "Die Lieferanten halten ihre Zusagen ein", sagte ein Unternehmens-Sprecher am Freitag in Ehingen bei Ulm. Zuletzt hatte es immer wieder Lücken in den Regalen gegeben. Schon am Dienstag hatte sich die Drogeriekette auch mit kleineren Herstellerfirmen geeinigt.

Zeitgleich liefen die Gespräche mit Gläubigern wie Belegschaft weiter. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi begrüßten am Freitag die enge Einbindung der Beschäftigten, wie sie in Berlin mitteilten.

Die Vorsitzende des Schlecker-Gesamtbetriebsrats, Christel Hoffmann, erklärte aber: "Die Schlecker-Frauen haben in der aktuellen ungewissen Situation einen Anspruch auf umfassende Informationen, was die Perspektive ihrer Arbeitsplätze angeht." Zudem müssten sie einbezogen werden, wenn es um das Sanierungskonzept für das Unternehmen gehe.

Treffen in Oberhof

Mit Lars Schlecker hat in dieser Woche zum ersten Mal ein Mitglied der Eigner-Familie vor Schlecker-Betriebsräten gesprochen. Das sei ein gutes Signal, so die Arbeitnehmervertreterin.

Am Mittwoch hatten der Sohn des Firmengründers Anton Schlecker und der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz in Oberhof die Schlecker-Betriebsräte getroffen. Im Wintersport-Ort im Thüringer Wald halten die Räte ihre traditionelle Jahrestagung ab.

Derweil geht die Suche nach einem neuen, profitablen Konzept für den Drogerieanbieter weiter. Einzelhandelsmakler warnten auf derhandel.de, dass viele Schlecker-Filialen, sollten sie geschlossen werden, kaum vermittelbar seien.

Schlecker war am Freitag vor zwei Wochen in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Auch die Tochter IhrPlatz hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind deutschlandweit rund 32.000 Beschäftigte in mehr als 6.000 Filialen.