Die insolvente Drogeriekette Schlecker kann heute den Regelbetrieb wieder aufnehmen: Das Unternehmen hat in der Nacht eine Einigung mit dem wichtigsten Gläubiger erreicht.

Demnach will Markant ihre Lieferungen an die Drogeriekette wieder aufnehmen. Zahlungsrückstände an die Einkaufsgemeinschaft waren ein Hauptgrund für die Insolvenz des schwäbischen Unternehmens am vergangenen Freitag gewesen. Rund 30.000 Schlecker-Beschäftigte in Deutschland bangen seither um ihre Jobs.

"Durch die Fortführung der Einkaufskooperation sind Warenbestellungen Lieferungen und Abrechnungen für die Schlecker Märkte in Deutschland wieder sicher gestellt", heißt es einer Mitteilungen der Drogeriekette. Eine Einigung für das Auslandgeschäft von Schlecker soll folgen.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir auf der Grundlage dieser Entscheidung auch die Gespräche mit den anderen Lieferanten in den nächsten Tagen positiv abschließen können", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Die deutsche Tochter des Konsumgüterkonzerns Unilever (Dove, Rexona) hatte ihre Lieferungen an die Drogeriekette bereits eingestellt.

Verdi: Schlecker-Eigentümer sollen handeln

Das Amtsgericht Ulm hatte Geiwitz nach dem Insolvenzantrag am Montag eingesetzt. Das Verfahren zur Planinsolvenz ist allerdings noch nicht eröffnet. In den kommenden Tagen stehen Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft an. Für Handelsexperten ist es um die Zukunft von Schlecker schlecht bestellt.

Die Gewerkschaft Verdi forderte derweil ein Bündnis zur Unterstützung der Schlecker-Beschäftigten. Es sei zudem an der Zeit, dass Anton Schlecker die Eigentumsverhältnisse seiner Familie und die der Familienangehörigen offenlege.

Die beängstigende Zeit der Ungewissheit für die Beschäftigte und ihre Familien müsse ein Ende haben, forderte Stefanie Nutzenberger, Handelsbeauftragte im Verdi-Bundesvorstand. "Die Frauen und Männer haben einen berechtigten Anspruch zu erfahren, ob ihre Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert sind", sagte sie. "Dazu kann niemand so schnell und umfassend aufklären wie die Familie Schlecker selbst."