Paradoxe Welt: In Deutschland ist Schlecker pleite, in Spanien sollen dagegen neue Standorte eröffnet werden. Potenzielle Käufer für die Auslandstochter soll es auch schon geben.

Die Drogeriekette Schlecker will in Spanien trotz der Insolvenz weiter expandieren. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte am Donnerstag spanische Medienberichte, denen zufolge das Unternehmen in dem Land bis 2014 insgesamt 62 neue Läden eröffnen will. Derzeit betreibt Schlecker dort 1.127 Filialen und beschäftige 3228 Mitarbeiter.

Unabhängig davon sucht Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nach einem Käufer für die Niederlassung in Spanien. Man habe bereits Kontakt zu mehreren Interessenten aufgenommen, sagte er nach Angaben der staatlichen spanischen Nachrichtenagentur Efe. Er hoffe, dass bis zum Ende des Jahres ein Käufer gefunden werden könne.

Spanien sei der Markt, auf dem Schlecker "den größten Erfolg" erzielt habe. 2011 habe der Umsatz 320 Millionen Euro betragen. Schlecker España sei von der Konzernzentrale in Deutschland immer relativ unabhängig gewesen.

Zukunft von IhrPlatz immer noch unklar

Die "Lebensmittel Zeitung" berichtet gar von 420 Millionen Euro Umsatz und zitiert Geiwitz, demzufolge ein Verkauf der spanischen Tochter nicht vor September zustande kommen werde. Aktuell würden mit Lieferanten von Eigenmarken verhandelt, um unabhängig von der Konzernmutter in Deutschland zu sein

Unterdessen gehen in Deutschland die Verhandlungen über die Zukunft der Schlecker-Tochter IhrPlatz weiter. Geiwitz verhandele weiter mit interessierten Investoren, sagte der Sprecher. Sollte für IhrPlatz keine Lösung gefunden werden, würden wohl noch einmal fast 4.000 Menschen ihren Job verlieren.