Die Drogeriemarktkette Schlecker wird noch bis zu 800 Märkte schließen müssen, bis die dringend nötige Restrukturierung abgeschlossen ist, sagt der Firmenchef. Seit drei Jahren mache das Unternehmen Verluste.

Lars Schlecker, Sohn des Firmengründers Anton Schlecker, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", das Unternehmen habe bereits drei Jahre in Folge Verlust gemacht. Schlecker könne beim Umsatz bald von dem viel kleineren Konkurrenten dm überholt werden.

"Es kann schon sein, dass wir mal ein Jahr auf die Nummer 2 zurückfallen. Aber wer uns kennt, weiß, wir werden wieder angreifen. Die renovierten Filialen verzeichnen dauerhaft ein Umsatzplus von 20 bis 30 Prozent", so Schlecker.
Bisher seien zwar erst 60 Märkte modernisiert worden. Aber bis Jahresende wolle man noch 400 schaffen. "Wenn das neue System erst eingespielt ist, bauen wir im Jahr 1500 Filialen um."

Werbespots mit Mitarbeitern

Lars und seine Schwester Meike Schlecker beteuern, dass die Zeit versteckter Kameras und Dumping-Löhne im Unternehmen vorbei sei. "Bei Schlecker hatte sich langsam eine Angstkultur eingeschlichen", sagte der 39-Jährige der Zeitung.

Jetzt trete er persönlich in Führungskräfteseminaren auf und werbe für einen sozialen Umgang mit den Kassiererinnen: "Ich habe klargestellt, dass Abmahnungen kein Mittel zur Personalentwicklung sind." Man plane, auch die Mitarbeiter in eine Werbekampagne einzubeziehen.

Fairness im Umgang mit Angestellten

Mitte Mai hatten Meike und Lars Schlecker gesagt, Schlecker verordne den leitenden Mitarbeitern in einem Regelwerk mehr Fairness im Umgang mit den Angestellten. Damit will die Drogeriekette ihren miserablen Ruf in Sachen Arbeitnehmerrechte aufpolieren.

Das neue Regelwerk enthält konkrete Anweisungen - etwa, Mitarbeiter nicht schon bei einem Zuspätkommen abzumahnen. Auch sollten Betriebsräte bei Konflikten frühzeitig eingebunden werden.

Schlecker beschäftigt in Deutschland rund 34.000 Mitarbeiter, europaweit sind es etwa 47.000.