Alles muss raus: Schlecker hat nicht mehr viel Zeit, Ende Juni werden alle Filialen geschlossen. Nun wird die laufende Rabattaktion nochmals verändert - mit regelrechten Schleuderpreisen.

Eigentlich war die Schlecker-Filiale in Darmstadt-Eberstadt ein sehr guter Standort. Das Einzugsgebiet ist groß, die monatlichen Umsätze haben bei durchschnittlich 50.000 Euro gelegen. Doch daran erinnert dieser Tage nichts mehr. Der Drogeriemarkt im Rande einer großen Hochhaussiedlung bietet ein trostloses Bild. Der Laden ist regelrecht leergekauft worden, die Anfang Juni gestartete Rabattaktion hat ihre Wirkung gezeigt.

Einige Regale sind längst weggeschafft worden, und was in den verbliebenen steht, sieht trostlos aus. Es ist ein Restsortiment, das kaum noch einer will. Und damit der Laden noch ein bisschen wie eine ernsthafte Drogerie wirkt, hat das Verkaufspersonal einige wenige Produkte in einer Reihe nebeneinander aufgestellt, damit die Regale nicht ganz so leer aussehen.

Ausverkauf laufe planmäßig

Ab heute dürfte auch der große Rest verkauft werden - bevor dann die Verwerter das übernehmen, was wirklich keiner mehr will. Schlecker hat am Montag die Rabatte auf 50 bis zu 70 Prozent erhöht.

Der Ausverkauf der Ware in den Filialen der insolventen Drogeriekette verlaufe planmäßig, hieß es bei der Insolvenzverwaltung im baden-württembergischen Ehingen. "Ich bin sehr dankbar für das Engagement der Schlecker-Frauen in dieser für sie sehr emotional schwierigen Situation", teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mit.

Die mehr als 13.200 Beschäftigten in den bundesweit rund 2.800 Filialen bestreiten derzeit den Ausverkauf mit dem Wissen, Ende Juni die Kündigung zu erhalten. Bereits Ende März hatten aufgrund der Insolvenz 11.000 Schlecker-Mitarbeiter ihren Job verloren. Unklar ist noch, was mit den rund 5.000 Beschäftigten von IhrPlatz und Schlecker-XL wird.