Der Woolworth-Ausverkauf hat begonnen: Die Drogeriemarktkette Schlecker will schon mal 71 Filialen der insolventen Warenhauskette übernehmen.

Die Drogeriemarktkette Schlecker will bis zu 71 Filialen der insolventen Warenhauskette Woolworth übernehmen.

Entsprechende Pläne wurden bereits beim Bundeskartellamt angemeldet, wie eine Sprecherin am Freitag in Bonn bestätigte. Auf der im Internet veröffentlichten Liste der "Angemeldeten Zusammenschlussvorhaben" der Wettbewerbsbehörde vom heutigen 14. August 2009 ist die geplante Übernahme ebenfalls vermerkt. Als "Produktmärkte" werden dort "Einzelhandel mit Drogeriewaren Baden-Württemberg, Bayern, Hessen" angegeben.

Woolworth mistet aus

Woolworth Deutschland hatte im April 2009 Insolvenz angemeldet. Die Kette hat rund 310 Filialen, von denen mindestens 150 gehalten werden sollen. Am Mittwoch hatte ein Sprecher des Woolworth-Insolvenzverwalters Ottmar Hermann bereits angedeutet, dass der Verkauf der übrigen Standorte über ein Bieterverfahren gut voran komme.

In wenigen Wochen könnten voraussichtlich weitere Übernahmen ganzer Pakete durch namhafte Handelsunternehmen bekanntgegeben werden: "Das Interesse ist überaus groß", sagt der Sprecher, ohne einzelne Namen zu bestätigen. Darunter seien Drogeriemärkte, Lebensmittelketten oder auch Schuhfilialketten.

Hermann will vor allem die mittelgroßen Filialen fortführen, während die ganz kleinen und ganz großen Geschäfte geschlossen werden.

Ziel: Beschäftigung sichern

Woolworth hatte zum Zeitpunkt der Insolvenz rund 9300 Mitarbeiter, davon 400 in der Zentrale und 8900 in den Filialen. Ziel des Woolworth-Insolvenzverwalters ist es, möglichst viele Woolworth-Mitarbeiter zu behalten. 

Beim Verkauf der Filialen sollen die neuen Eigentümer auch die Woolworth-Beschäftigten übernehmen. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter in den Filialen könnte bei anderen Ketten Arbeit finden. Die andere Hälfte soll in einer neuen Woolworth-Gesellschaft weiterbeschäftigt werden.

Schlecker sucht für sein neues XL-Filialkonzept Standorte mit Verkaufsflächen zwischen 400 und 1.000 Quadratmetern. Bis 2010 sollen rund 1.000 XL-Schlecker-Filialen entstehen. Im September 2008 eröffnete die erste großformatige Filiale des Drogisten in Bad Gröenbach im Allgäu. Derzeit gibt es rund 100 XL-Standorte.

wim mit dpa