Aus Woolworth wird Schlecker. Der Drogeriediscounter darf Filialen der insolventen Warenhauskette übernehmen, entschied das Bundeskartellamt. Es gibt weitere Interessenten.

Die Drogeriemarktkette Schlecker kann bis zu 71 Filialen der insolventen Handelsunternehmens Woolworth übernehmen. Das teilte das Bundeskartellamt am Freitag in Bonn auf Anfrage mit.

Insgesamt gibt es rund 150 Filialen, die nicht mehr als Woolworth-Geschäfte fortgeführt werden sollen. Woolworth hat insgesamt rund 310 Filialen in Deutschland. Der Insolvenzverwalter will rund 150 davon in einer neuen Woolworth GmbH fortführen.

"Zahlreiche weitere Interessenten"

Damit ist die Entscheidung aber noch nicht endgültig gefallen. "Das Bieterverfahren ist noch nicht zu Ende, es gibt zahlreiche weitere Interessenten", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann auf Anfrage.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hatten unter anderem die Drogerieketten dm und Rossmann sowie der Textildiscounter KiK und der Schuhhändler Reno Interesse an einzelnen Standorten bekundet. Die Filialen könnten dann auf verschiedene Bieter aufgeteilt werden. Der Insolvenzverwalter will erreichen, dass die Mitarbeiter der abzugebenden Filialen neue Jobs bei den Käufern der Geschäfte finden. Derzeit sind die Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft untergebracht.

Edeka hat ebenfalls Interesse

Gestern bekräftigte auch der Lebensmittelhändler Edeka Interesse an Standorten von Woolworth. "Mit unternehmergeführten Edeka-Märkten können die Standorte wiederbelebt werden", sagte Vorstandschef Markus Mosa.

Zunächst sechzig der noch 150 Woolworth-Häuser sollen mit einem neuen Konzept weitergeführt werden. Geplant ist ein Handel mit Billig-Sportartikeln.