Hier ein Tennisplatz, dort eine Villa: Die Familie Schlecker besitzt wertvolle Grundstücke und Immobilien. Was wem schnell übereignet wurde, ist eine der offenen Fragen bei der Insolvenz der Drogeriekette.

Die Familie Schlecker ist nach Angaben der Insolvenzverwaltung der offen mit der Übertragung von zwei Grundstücken an die Kinder umgegangen. "Die Firmenzentrale in der Talstraße 12 war und ist Bestandteil der Insolvenzmasse. Auch die Übertragung der Flächen in der Talstraße 7 wurde von der Familie von Anfang an offengelegt", sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung der Nachrichtenagentur dpa.

Die Übertragungen am Stammsitz Schleckers im baden-württembergischen Ehingen würden derzeit geprüft, hieß es weiter. Aufgrund der Insolvenz beanstandbare Schenkungen und Übertragungen können zurückgeholt werden und würden dann in die Insolvenzmasse einfließen. Das könnte auch die Familien-Villa betreffen. "Alles wird überprüft, definitiv", sagte der Sprecher.

Nur ein Tennisplatz

Wie dpa aus Unternehmenskreisen erfuhr, hatte Anton Schlecker sein Privathaus mit einem Wert von rund zwei Millionen Euro an seine Ehefrau übertragen. Ebenso habe er ein Grundstück in der Talstraße 7 in Ehingen an seinen Sohn Lars Schlecker übertragen.

Den Kreisen zufolge handelt es sich dabei aber um einen Tennisplatz mit geringerem Wert und nicht um ein Firmengrundstück. Die "Bild"-Zeitung berichtete unter anderem, dass nur wenige Monate vor der Insolvenz Lars Schlecker als Eigentümer eines 7.000 Quadratmeter großen Firmengrundstücks in der Talstraße 7 ins Grundbuch eingetragen worden war.

Die andere Hälfte hätte zuvor seine Schwester Meike erhalten, wobei der Vertrag aus dem Jahr 2008 stamme. 2009 habe Anton Schlecker das Familienanwesen seiner Frau Christa überschrieben.