Für die verbleibenden Hertie-Häuser ist am kommenden Samstag der letzte Schlussverkauf. Bis zum Herbst sollen alle Standorte geräumt sein.

Die Hälfte der 50 Häuser der insolventen Warenhauskette Hertie hat am Samstag für immer die Tore geschlossen. Die restlichen Kaufhäuser werden am kommenden Samstag schließen, bestätigte Hertie-Gesamtbetriebsratschef Bernd Horn in Köln.

Die Finanzkrise, ein ausgeprägtes Missmanagement und viele Altlasten aus der Karstadt-Ära hätten dafür gesorgt, dass es für die Häuser keine Rettung gegeben habe. 2.600 Mitarbeiter würden arbeitslos und bekämen keine Abfindungen oder sonstige Ausgleichsleistungen.

Neuausrichtung versäumt, Immobilien bis Oktober geräumt

Absehbar sei dies schon vor Jahren gewesen, so der Betriebsrat. Eine wirkliche Sanierung und Neuausrichtung wäre bereits in der Karstadt AG notwendig gewesen. Nach Angaben der Eigentümer sollen die Häuser neu vermietet werden. Teilweise seien dafür schon Interessenten gefunden worden. Die letzten Immobilien sollen dafür bis Mitte Oktober geräumt sein.

Eine Fortführung der Warenhauskette Hertie unter der Regie neuer Investoren war vor Monaten gescheitert, weil sich die Parteien nicht auf die Miethöhe einigen konnten. Der Vermieter MABV erwartet jetzt von neuen Mietern wie Saturn, Kaufland oder C&A deutlich höhere Einnahmen. Hertie gehörte zuvor der inzwischen insolventen Investorengruppe Dawnay Day. Der Besitz wurde vor der Insolvenz dem niederländischen Partner MABV übertragen.

Insgesamt 12 der ursprünglich 64 Hertie-Häuser wurden bereits an neue Eigentümer verkauft, wie BNP Paribas Real Estate (vormals Atisreal) vermeldet. Am vergangenen Freitag meldete das Maklerunternehmen, das mit dem Verkauf des Immobilien-Portfolios beauftragt ist, den Verkauf des Hauses in Herdecke südlich von Dortmund. Käufer ist die Rosco Projektmanagement für Immobilienanlagen GmbH & Co. Liegenschaftsverwertung KG aus Bad Hersfeld.

, DH