Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen verhandelt laut „Bild″ mit der österreichischen Finanzgruppe Signa des Investors René Benko über einen Verkauf des Warenhauskonzerns. Benko, der über Signa bereits die Mehrheit an den Karstadt-Premiumhäusern und an Karstadt Sports hält, könnte für nur 1 Euro gut 70% der angeschlagenen Essener Kette mit 83 Filialen übernehmen.  Auch der überraschende Abgang von Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt stehe in Zusammenhang mit dem geplanten Deal, heißt es in dem Bericht.
 
Sjöstedt hatte am Montag überraschend knapp fünf Monate nach ihrem Amtsantritt aufgegeben, und den Schritt mit mangelnder Unterstützung Berggruens begründet.

Karstadt kämpft seit Jahren mit Verlusten und stand 2009 vor der Insolvenz. Berggruen übernahm damals das Unternehmen zum symbolischen Preis von einem Euro. 2013 übernahm Benko die Mehrheit am operativen Geschäft von Karstadt Sports und an den drei Luxuswarenhäusern KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger in München. Über eine  Call-Option soll Benko angeblich jederzeit 75% an Karstadt zum Preis von einem Euro übernehmen können.

Berggruen dürfte Karstadt dennoch nicht mit leeren Taschen abgeben.Ihm wird nachgesagt, von Karstadt Geld für die Nutzung des Markennames zu kassieren. Von rund 11 Millionen Euro allein in diesem Jahr spricht die FAZ.

Die Signa-Holding dürfte weniger an einem Fortbestand des Konzerns interessiert sein, als daran, die attraktive Immobilien in Spitzenlagen möglichst gut zu vermieten.