Der Onlinehandel gibt vor Weihnachten nochmal richtig Gas, um im Geschäft mit den Last-Minute-Shoppern mitzumischen. Mit zahlreichen Preiskaktionen buhlen die Unternehmen um die Gunst von Schnäppchenjägern. "Spar 40 Prozent auf alles und beschenk einfach jeden", fordert Fab die Kunden auf. Die weiteren Marketinginstrumente: verbilligte Express-Lieferungen (Douglas), Gratisversand, wo es sonst kostenpflichtig ist (zum Beispiel Glamloop) und natürlich eine Verlängerung des Rückgaberechts (zum Beispiel Redcoon bis 7. Januar) - man weiß ja schließlich erst an Weihnachten, ob man danebenliegt. Last-Minute-Aktionen bieten sich vor allem für Shops an, die überdurchschnittlich viele Männer als Zielgruppe ansprechen. 

Tchibo hilft den Last-Minute-Käufern mit Geschenkideen
Tchibo hilft den Last-Minute-Käufern mit Geschenkideen
Gekauft wird jetzt am liebsten in Shops, mit denen man bereits gute Erfahrungen gemacht hat - es darf eben nichts mehr schief gehen. Insgesamt liegen die Käufe von Neukunden (Neukundenrate) im Dezember um 2,4 Prozent unter Jahresschnitt, die Besuche von neuen Usern (Neuklickrate) sogar um 6,5 Prozent darunter. Das hat eine Analyse des Technologie-Dienstleister intelliAd ergeben. "Webshops sollten sich im Weihnachtsgeschäft daher darum bemühen, ihre Bestandskunden mit Marketing-Maßnahmen wie Retargeting und Newslettern zu weiteren Käufen zu animieren. Insbesondere sollten Webshops durch eine Newsletteraktion am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag ihre Bestandskunden daran erinnern, wo sie ihre Geldgeschenke einlösen sollen“, rät Tobias Kiessling, CTO von intelliAd Media.
 

Liefergarantien sind unverzichtbar

Spätestens jetzt gilt: Wer seinen Kunde nicht klipp und klar garantiert, dass seine Artikel noch rechtzeitig vorm Fest eintreffen, wird keine Bestellungen mehr verbuchen können. Um Zweifel zu zerstreuen, die auf Grund der Streiks bei Amazon aufkommen könnten, hat das Unternehmen Mails an seine Kunden verschickt und darin versprochen, dass alles gut gehen wird. Bei Amazon müssen Artikel im Standardversand spätestens am 20. Dezember bestellt werden (ganztägig bis 23.59 Uhr), um noch rechtzeitig vor Weihnachten einzutreffen. Der Premiumversand (gegen Aufpreis oder für Prime-Kunden) klappt auch noch bei Bestellungen am 23. Dezember bis morgens um 8 Uhr. Ganz spät Entschlossene haben daneben in bestimmten Postleitzahlengebieten am Heiligabend bis morgens um 6 Uhr die Möglichkeit, eine Evening-Express-Bestellung aufzugeben).


Sportlich auch die man bei Otto. Deadline für den Standardversand ist ebenfalls am 20. Dezember (22.30 Uhr). Am 23. Dezember kann man jedoch bis 12 Uhr noch vorrätige Artikel bestellen, die mit „24-Stunden-Lieferung“ gekennzeichnet sind. Um Ärger mit enttäuschten Kunden beim hypersensiblen Gabentisch-Thema zu bekommen, erklärt Otto sehr genau, unter welchen Bedingungen man die Lieferung garantiert: „Die Aktion gilt nur bei Vorliegen einer zustellfähigen Adresse auf dem Festland innerhalb Deutschlands. Bei der Lieferung gilt der erste Zustellversuch durch den Hermes-Boten. Als Zustellversuch gilt, wenn der Hermes-Bote versucht hat, die Ware zu übergeben. Dies umfasst folgende Situationen: Abgabe beim Paketshop, Kunden oder Nachbarn mit und ohne Unterschrift des Kunden auf dem Handheldgerät, Annahmeverweigerungen, erfolglose Zustellung, da Adresse fehlerhaft/falsch/unvollständig sowie Empfänger nicht angetroffen.“


Kleine Shops können nicht mitziehen


Das Spektrum in puncto Bestellfrist ist breit: Bei Mytoys ist am 19. Dezember um 12 Uhr Schluss, Zalando nimmt bis 20. Dezember 14 Uhr Weihnachtsbestellungen entgegen, bei Conrad hat man bis zum 22. Dezember 12 Uhr Zeit. Spätbesteller können bei Douglas noch am 23. Dezember bis 12 Uhr per Express ordern. Das Gros der kleinen Shops kann eine pauschale Liefergarantie bis Weihnachten mittlerweile nicht mehr geben. Man behilft sich mit Garantien für einzelne Artikel (zum Beispiel Lesara) oder verzichtet komplett auf eine Garantie.

Das Weihnachtsgeschäft muss aber selbst dann noch nicht gelaufen sein. Die Shops sind gut beraten, ihre ohnehin in diesem Jahr beliebter gewordenen Gutschein-Angebote aufmerksamkeitsstark auf der Startseite zu platzieren. Die Coupons kann man schlimmstenfalls noch bei bereits angelaufener Bescherung aus dem Drucker laufen lassen. 


Redcoon wirbt mit verlängertem Rückgaberecht
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