Im letzten Teil unserer Ladenbau-Serie geht es um die richtige Preisauszeichnung, informative Kiosksysteme und die Kasse.

Preise einfach auszeichnen

Die Warenauszeichnung ist zuweilen sehr aufwendig: Ändert sich der Preis aus irgendeinem Grund, geht der Händler an jedes Regal und wechselt die Schildchen. Ist die Ware einzeln ausgezeichnet, muss er auch dort noch einmal Hand anlegen. Und: „Nichts ist ärgerlicher für Kunden und peinlicher für Händler, als wenn der ausgezeichnete Preis niedriger war, als der Preis an der Kasse," sagt IBM-Mann Boltze. „Der Verbraucher verliert das Vertrauen zum Händler und geht woanders hin."

Um den langwierigen und fehlerbehafteten Prozess des Auswechselns von Regaletiketten zu vereinfachen, rät er zu „intelligenten" elekt-ronischen Regaletiketten, die man zentral ändern kann. „Der Händler scannt nur bei der initialen Befüllung eines Regals den Strichcode des Produkts und die Nummer des dazugehörigen Preisetiketts.

Ab dann holt sich das elektronische Etikett automatisch den Preis und weitere Informationen aus einer zentralen Datenbank." Ändert sich dort etwas, werden die entsprechenden Etiketten per Funk informiert. „Gerade in Bereichen, wo sich oft Daten ändern, wie beispielsweise Preis und Herkunftsland bei Obst, macht dieses System viel Sinn", sagt Boltze. „Ladenbaukonzepte sollten daher auf diese Technologien vorbereitet sein."

Wissensdurst stillen durch Kiosksysteme

In der virtuellen Einkaufswelt sind Informationen rund ums Produkt nur einen Klick entfernt. Der stationäre Handel kann diesen Wissensdurst des Kunden ebenfalls befriedigen. Kiosksysteme können nämlich weit mehr, als nur die Preise anzuzeigen: Sie können dem Kunden sagen, was genau in seinem Müsli ist, wie er den Fisch zubereiten kann und welcher Wein zum Käse passt.

Außerdem kann der Kunde gleich einen Gutschein aus dem Bonusprogramm ausdrucken, eine Last -Minute Reise buchen, sein Handy aufladen oder einen ausverkaufter Artikel aus einer anderen Filiale bestellen. Die intelligenten Terminals müssen dazu natürlich da stehen, wo sie benötigt werden und sich dabei möglichst elegant in den Laden einpassen ohne im Weg zu stehen.

Der real Future Store der Metro Group setzt zum Beispiel beim Verkauf von Musik-CDs, Film-DVDs, Videospielen und Hörbüchern auf „Entertainment-XPLACE"-Medien-Terminals des Anbieters Advertimes.

Der Kunde kann die CDs und DVDs vor dem Kauf „multimedial erleben" und sich per Touchscreen weitere Informationen einholen. Sobald der Barcode einer CD oder DVD gescannt wird, erscheint die Produktinformation auf dem Bildschirm; der Kunde kann nach Titeln oder Künstlern suchen, sich durch die Charts klicken und Probe hören oder Trailer anschauen.

Das Ende naht: Die Kasse

Selbstbedienung bis hin zum Zahlen
Selbstbedienung bis hin zum Zahlen
Nachdem der Kunde hoffentlich gerne im Laden verweilt hat, steht das Bezahlen an: Bei diesem neudeutsch „Checkout" genannten Vorgang muss der Händler sich entscheiden, ob der Kunde traditionell an der Kasse zahlen oder ob er die Möglichkeit haben soll, an eine Selbstbedienungskasse zu gehen (siehe Der Handel 6/2008).

Wählt der Händler die Selbstbedienungsvariante, muss er sich noch einmal entscheiden: Soll die Warenerfassung und der Zahlvorgang in einem gemeinsamen Prozess erfolgen oder in getrennten? Und wenn die Vorgänge getrennt werden: Scannt der Kunde die Ware selbst und zahlt dann an der Kasse oder erledigt er alles in Eigenregie?

Es gibt also viele Möglichkeiten und entsprechend viele Kombinationen.
Wie auch immer der Händler sich entscheidet: Er sollte nur heute schon überlegen, wie er in Zukunft kassieren will - und die Kassenzone entsprechend flexibel planen.