Die Fachhändler für Tisch- und Küchenausstattung spüren, dass die Konsumenten wieder kauflustiger werden - und weniger auf den Preis schauen.  

Nach der Fußball-Weltmeisterschaft und den heißen Sommerwochen zog die Nachfrage nach Tisch- und Küchenausstattung merklich an. Doch das reichte nicht, meldet der Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur (GPK): Da die Monate Januar, April und Juni durch das extreme Wetter enttäuschten, schlossen die Fachhändler das erste Halbjahr 2010 mit einem Umsatzminus von 2,2 Prozent ab.

Für das zweite Halbjahr und das Weihnachtsgeschäft, das immerhin ein Drittel des Jahresumsatzes ausmacht, ist die Branche aber zuversichtlich, denn die Stimmungslage im Konsumbereich habe sich analog zur Erholung in der Gesamtwirtschaft und am Arbeitsmarkt deutlich verbessert.

"Wir spüren, dass unsere Kunden wieder stärker qualitätsbewusst und weniger preisorientiert einkaufen", berichtete GPK-Präsident Gerald Funk auf der Konsumgütermesse Tendence in Frankfurt. "Gerade auch Kunden mit mittleren Einkommen wenden sich wieder Fachgeschäften mit Beratung und Markenprodukten zu."

Richtige Sortimente

Im Weihnachtsgeschäft komme es nun darauf an, mit den richtigen Sortimenten und Trends präsent zu sein. "Unsere wesentlichen Kaufentscheidungen für das letzte Quartal sind bereits getroffen", erläuterte Gerald Funk für sein Unternehmen F. S. Kustermann am Viktualienmarkt in München. "Doch auch wir nutzen die Fachmesse Tendence in Frankfurt, um mit einzelnen pfiffigen Produkten unsere Kunden zu überraschen und natürlich für 2011 rechtzeitig am Ball zu sein."

Weihnachten liege für den Handel in diesem Jahr günstig, da die Feiertage mit den Wochenenden identisch sind. "Gerade zwischen den Feiertagen sind viele Kunden in Kauflaune und tauschen Gutscheine ein, die einen immer größeren Stellenwert bekommen haben."

Der GPK

Der Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur vertritt die Interessen von gut 4.000 Fachgeschäften mit den Sortimenten des gedeckten Tischs, Küchen- und Wohnaccessoires sowie Geschenkartikel. Der Branchenumsatz beläuft sich auf knapp sechs Milliarden Euro.