Die Umsätze mit Körper- und Haushaltspflegemitteln sind 2012 ungeachtet der Pleite des Marktführers gestiegen, meldet der Verband IKW. Eine Fortführung des Schlecker-Konzepts stößt bei der Industrie auf Skepsis.

Der Absatz von Produkten für Schönheitspflege sowie zum waschen, putzen und reinigen (WPR) geht 2012 zwar leicht zurück, doch der Umsatz beider Branchen steigt - dies besagt eine Prognose des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW) und des Marktforschers SymphonyIRI, die am heutigen Dienstag präsentiert wurde.

Demnach wächst das Geschäft mit Schönheitspflegemitteln dieses Jahr um 1,4 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Haushaltspflegemitteln steigt um 0,9 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Bade- und Duschzusätze sowie Waschmittel-Innovationen sind wichtige Umsatztreiber.

Markt trotzt Schlecker-Insolvenz

Das Verschwinden vom Markt des einstigen Marktführers Schlecker hat diese Entwicklung kaum beeinflusst: Offenbar haben sich die Kunden einfach eine andere Einkaufsstätte für diese Sortimente ausgesucht.

Das legen die Zahlen von SimphonyIRI nahe, die zeigen, dass vor allem größere Supermärkte sowie Verbrauchermärkte Marktanteile hinzugewonnen haben. Sie legen bei der Schönheitspflege um 3,8 Prozent auf einem Gesamtmarktanteil von 15,7 Prozent zu. Discounter sind dagegen mit einem Marktanteilrückgang um 8,2 Prozent stark rückläufig.

Der Anteil der Drogeriemärkte ist zwar gesunken. Doch "wenn man bedenkt, dass Schlecker für mehr als die Hälfte der Drogeriemärkte und ein Fünftel des Umsatzes verantwortlich war, sieht man, dass die anderen Drogeriemärkte den überwiegenden teil des Schleckerumsatzes aufgefangen haben", sagte SymphonyIRI-Chef Rainer Anskinewitsch auf der IKW-Pressekonferenz.                                   

Skepsis über Fortführung des Schlecker-Konzepts

Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner hat angekündigt, im kommenden Jahr etwa 600 ehemalige Schlecker-Filialen in Deutschland wiederbeleben zu wollen. Danach gefragt, zeigten sich die anwesenden Industriemanager skeptisch.

"Der Investor ist uns unbekannt, wir haben bislang keinerlei Details über sein Konzept erfahren", kommentierte etwa Sebapharma-Chef und IKW-Präsident Rüdiger Mittendorf. Henkel-Marketingdirektor Eckhard von Eysmont sagte, dass ein Nahversorgerkonzept ein "enges Sortiment" umfassen und daher Umsatzeffekte nur im geringen Umfang verursachen würde.

Die Perspektive für 2013 bezeichnete IKW-Geschäftsführer als "positiv", wenngleich der Verband mit einer geringeren Wachstumsrate von jeweils 0,5 Prozent für den Schönheits- und für den WPR-Markt rechnet.