Der Fördertopf für die Abwrackprämie ist leer, seit Mittwoch morgen können keine Anträge mehr gestellt werden. Lediglich auf einer Warteliste ist noch für Nachrücker Platz.

Knapp acht Monate nach Einführung der Prämie im Rahmen des staatlichen Konjunkturprogramms ist die Summe von fünf Milliarden Euro verbraucht, teilte das zuständige Bundesamt für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (Bafa) am Mittwoch mit.
„Die Umweltprämie hat sich zu einer effektvollen Stütze zur Stabilisierung der deutschen Konjunktur entwickelt. Sie zählt mit zu den bislang wirksamsten Maßnahmen des Konjunkturpakets II", zog BAFA-Präsident Dr. Arnold Wallraff eine erste Bilanz.

Die Behörde hatte die Zahl der noch möglichen Anträge in den Morgenstunden halbstündlich auf ihrer Homepage aktualisiert.  Um 9:00 waren noch 2.783 Anträge möglich, um 9:30 Uhr nur noch 1.803 Anträge und gegen 10:30 Uhr gab das BAFA das "Ende der Abwrackprämie" bekannt.

"Es stehen leider keine Mittel für die Umweltprämie mehr zur Verfügung. Das Online-Portal für die Reservierung ist daher geschlossen", heißt es nun auf der Webseite, die zwischenzeitlich immer mal wieder unter dem Besucheransturm zusammenbrach und daher vorrübergehend nicht mehr erreichbar war.

Noch 15.000 Anträge "auf Reserve" möglich

Die Bundesregierung hatte fünf Milliarden Euro für die offiziell als "Umweltprämie" bezeichnete Verschrottung von Altwagen zur Verfügung gestellt. Nachdem das Budget nun ausgeschöpft ist, können zunächst keine Anträge mehr gestellt werden. Die Online-Maske zur Reservierung der Prämie auf der Homepage des Bafa ist nun zunächst nicht mehr erreichbar.

Das Bafa richtet aber ab dem 3. September, 9:00 Uhr, eine Warteliste für 15.000 weitere Antragsteller ein, so dass nachträglich frei werdende Mittel in der Reihenfolge des Antragseingangs im Rahmen der Gesamtfördersumme gegebenenfalls noch zugeteilt werden können.

Diese Antragsteller erhalten eine elektronische Eingangsbestätigung mit dem Hinweis, dass zur Zeit keine Haushaltsmittel mehr zur Verfügung stünden und ein Reservierungsbescheid nur erteilt werden könne, wenn nachträglich Mittel wieder frei werden - zum Beispiel durch Ablehnungen bereits gestellter Anträge.

Sollten nachträglich keine Mittel mehr frei werden, erhalten die Antragsteller einen Ablehnungsbescheid.

Neuzulassungen fast ein Drittel über dem Vorjahr

Welchen Absatzboom die Prämie ausgelöst hat, zeigen beispielhaft die Zahlen des zurückliegenden Monats: Mit rund 275.000 Neuzulassungen liegt der Gesamtmarkt im August um 28 Prozent über dem Vorjahresmonat, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Mittwoch in Bad Homburg mit.

Damit habe der deutsche Automarkt in den ersten acht Monaten des Jahres trotz der globalen Krise mit 2,675 Millionen Neuzulassungen ein Plus von 26,8 Prozent erzielt. Im Juli lag das Plus bei den Neuzulassungen bei 30 Prozent, im Juni sogar bei 40 Prozent.