Die Schuhhandelskette Leiser und die Schwesterfirma Schuhhof stehen vor der Zahlungsunfähigkeit. Betroffen sind bundesweit rund 1.400 Mitarbeiter. Eine Planinsolvenz soll das Unternehmen retten.

Die Schuhketten erhalten keine Kredite für notwendige Investitionen mehr, erklärte Geschäftsführer Steffen Liebich. Dabei müssten beispielsweise dringend neue Kassensysteme angeschafft werden, um mit Wettbewerbern mithalten zu können. 

Über eine Planinsolvenz will sich das Unternehmen nun sanieren. "Es wird alles getan, um die Mitarbeiter zu halten", sagte Liebich. Auch Filialschließungen sollten vermieden werden.

Bis zum 23. Juni müssen die Schuhhandelskette Leiser und die Schwesterfirma Schuhhof einen Insolvenzplan vorlegen, sagte ein Sprecher des Augsburger Amtsgerichts am Freitag und bestätigte einen Bericht der "Berliner Morgenpost". Bis dahin führt das Unternehmen die Geschäfte eigenverantwortlich weiter.

Leiser und der Schuhhof haben nach eigenen Angaben bundesweit rund 130 Filialen und etwa 1.400 Mitarbeiter.

Insolvenzausfallgeld beantragt

Die Leiser Handelsgesellschaft mbH und die Schuhhof GmbH sind Teil der Bahner-Gruppe in Augsburg, zu der neben 65 Leiser-Filialen auch Schuhhäuser unter den Firmierungen Schuhhof, Bunte, Elsner Schuh, Hako, Haslbeck, Kleinhans, Köchling, Lanz, Hoffmann, Holzäpfel, Putchky, Schreiber by Leiser, Schuh Klein, Tewes und Tizian gehören.

Die Geschäftsführung der Bahner-Gruppe kündigte in einer Mitteilung eine umfassende Restrukturierung und Sanierung an. Es würden alle Anstrengungen unternommen, um die wirtschaftliche Zukunft der Gruppe sicherzustellen. Laut "Berliner Morgenpost" hat das Unternehmen Insolvenzausfallgeld bei der Arbeitsagentur beantragt, um die Mitarbeiter zunächst für drei Monate weiter bezahlen zu können.

Leiser wurde 1891 in Berlin gegründet und ist in der Bundeshauptstadt mit vielen Filialen vertreten. Der Verdi-Landesbezirk Berlin Brandenburg forderte das Unternehmen deshalb auf, die Arbeitsplätze zu erhalten.

Allein in dieser Region sind nach Angaben der Gewerkschaft etwa 400 Mitarbeiter in 38 Geschäften betroffen. Um die Filialen konkurrenzfähig zu halten, seien Investitionen erforderlich.