500 Filialen, 600 Millionen Euro Jahresumsatz: Die Anteilseigner von Reno haben Deutschlands zweitgrößten Schuhhändler 95 potenziellen Investoren angeboten. 

Deutschlands zweitgrößter Schuhhändler Reno steht zum Verkauf - zusammen mit dem Mutterkonzern HR Group. Der Verkaufsprozess sei am Mittwoch gestartet worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Das Bankhaus Rothschild habe insgesamt 95 potenzielle Investoren im In- und Ausland angesprochen. Als mögliche Interessenten gelten laut "Handelsblatt" der Marktführer Deichmann und der polnische Schuhdiscounter CCC, aber auch Finanzinvestoren.

Der Schuhhandel in Deutschland befindet sich im Umbruch. Online-Anbieter wie Zalando haben sich in den vergangenen Jahren einen immer größeren Anteil am Markt gesichert - zulasten der klassischen Schuhgeschäfte.

"Wollen weiter wachsen"

Die HR-Group will mit Hilfe des neuen Eigentümers bei der Branchenkonsolidierung künftig eine aktivere Rolle spielen. "Wir wollen weiter wachsen und dabei auch Konkurrenten übernehmen", sagte der Vorstandschef- und Mitgesellschafter Matthias Händle dem "Handelsblatt". Der Unternehmer hofft, den Verkaufsvertrag noch bis zum Jahresende unterschreiben zu können.

Die HR Group betreibt rund 500 Reno-Filialen im In- und Ausland, darüber hinaus beliefert sie auch große Handelsketten mit Schuhen. Der Jahresumsatz beträgt rund 600 Millionen Euro. Bislang gehört das Unternehmen zu jeweils 50 Prozent dem ehemaligen Metro-Vorstand Siegfried Kaske und der Familie Hamm. Beide Parteien wollen sich nach Angaben des Unternehmens von ihren Anteilen trennen.