Der Schuhhandel hat im ersten Halbjahr gut verkauft - und blickt trotzdem skeptisch in die Zukunft. Die Rabattschlachten drückten auf die Gewinne. Die Konsequenzen trägt das Personal.

Die Verbraucher kaufen trotz der Wirtschaftskrise mehr Schuhe, teilte der Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) am Donnerstag im Vorfeld  der Gesamtdeutschen Schuhmesse GDS (11. bis 13. September) in Düsseldorf mit.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres ist demnach der Umsatz in mittelständischen Geschäften um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

Durch ein leichtes Plus bei den Schuhhandelsketten blieb der Umsatz in der gesamten Branche insgesamt stabil. Durch die frühen und umfangreichen Rabatte ging der Gewinn bei der Mehrzahl der Unternehmen allerdings zurück, wie der Verband weiter mitteilte.

Rabatte schmälern Gewinne

Massive Rabatte seien vereinzelt schon im Mai gewährt worden, als kühles Wetter für ein Stimmungstief in der Branche sorgte. Sandalen, Flip-Flops und Pantoletten seien häufig erst mit durchgestrichenem Preis über die Ladentische gegangen.

Den Sommerschlussverkauf nutzten die Verbraucher aus: Im Juli stieg der Umsatz des Schuhfachhandels trotz der kräftigen Preisnachlässe um 5 Prozent.

Jedes zehnte Unternehmen wolle wegen sinkender Gewinne seine Personalkosten senken beziehungsweise Personal abbauen. Oftmals würde die Stundenzahl gekürzt oder es werde auf Aushilfen verzichtet. Der Schuhfachhandel umfasst 6.400 Unternehmen mit 76.000 Beschäftigten, darunter 44.000 Teilzeitmitarbeiter.

Schuhpreise bleiben stabil

Die deutsche Schuhindustrie berichtete ebenfalls von stabilen Abgabepreisen für die Herbst- und Winterschuhe, die vom Handel seit einigen Wochen angeboten werden.
Sommerschuhe waren in diesem Jahr dank Rabatten sogar etwas günstiger als im Vorjahr: Die durchschnittlichen Verkaufspreise waren nach Verbandsangaben leicht rückläufig.

Herbst- und Winterschuhe sollen in diesem Jahr nicht teurer werden. "Unsere Branche ist von Preisstabilität geprägt", sagte die BDSE-Präsidentin des Brigitte Wischnewski. Bei hochwertigen Lederschuhen seien Preiserhöhungen wegen schwankender Preise auf dem Ledermarkt jedoch nicht ausgeschlossen.