Adler, Wehmeyer, Hertie - Dieser Sommer steckt voller schlechter Nachrichten für die Modebranche.

„Mode mit Happy End" - der Werbeslogan des Textilhändlers Adler klingt dieser Tage wie pure Ironie.

Die Adler-Modemärkte sind „kein strategischer Bestandteil des Portfolios”, sagte kürzlich Eckhard Cordes, Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft Metro Group. Nun wird das Unternehmen abgestoßen.

Derzeit gibt es 126 Adler-Märkte, davon 108 in Deutschland. Als Grund für den Verkauf nannte Cordes eine „schwache Entwicklung in einem derzeit insgesamt sehr schwierigen Textilmarktumfeld”.

Konsumzurückhaltung und schwieriges Umfeld

Diese schwierige Lage macht die Textilbranche aktuell zu schaffen. Bereits Anfang Juli meldete der Modehändler Wehmeyer Insolvenz an. Als Grund nannte die Geschäftsführung ebenfalls „die Konsumzurückhaltung und ein schwieriges Marktumfeld”.

Insolvenzverwalter Frank Kebekus ist trotzdem optimistisch und rechnet damit, dass viele Arbeitsplätze und Standorte erhalten bleiben könnten. Er führt bereits Gespräche mit potenziellen Investoren.

Insgesamt beschäftigt Wehmeyer rund 1000 Mitarbeiter in 39 Filialen sowie in der Aachener Zentrale.

Zeichen stehen auf Sturm

Auch beim Warenhausbetreiber Hertie, der einen großen Modeanteil hat, stehen die Zeichen auf Sturm: Nach Informationen der Lebensmittel Zeitung schreibt Hertie Verluste im zweistelligen Millionenbereich und braucht weiteres Geld von den Investoren.

Angesichts finanzieller Schwierigkeiten beim britischen Investor Dawnay Day sei die Situation für Hertie „dramatisch", sagt die Gewerkschaft Verdi. Das Unternehmen unterhält 74 Filialen bundesweit.

Laut dem Fachblatt Textilwirtschaft ist die Umsatzentwicklung jedoch nicht bei allen Modehändlern so schlecht: Die Verluste der gesamten Branche liegen bislang im unteren einstelligen Bereich.