Die spanische Volkswagen-Tochter Seat stellt auf dem Automobilsalon in Genf mit dem Ibiza ST den zweiten Kombi der Marke vor.

Rational statt emotional: Nachdem Seat über Jahre hinweg ausschließlich die automobile Spaßgeneration bediente und mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren folglich auch die jüngste Kundschaft unter den Fahrzeugherstellern verzeichnet, schickt sich die Volkswagen-Tochter nun an, verstärkt auch Flottenkunden anzusprechen.

Den Anfang machte im vergangenen Jahr die Einführung der Mittelklasse-Limousine Exeo und hier vor allem die Kombi-Version ST. Das Fahrzeug auf der technischen Basis der Vorgänger-Generation des Audi A 4 überzeugt seither etliche Fuhrparkleiter durch Solidität, Qualität, praktischen Nutzwert und vor allem durch die attraktive Preisgestaltung.

Großkundenoffensive gestartet

„Wir haben bereits unsere Großkundenabteilung personell aufgestockt", verdeutlicht Seat-Sprecherin Irmgard Mroz erste Erfolge.

Und die Spanier wollen weitere Firmenparkplätze erobern - mit dem Ibiza ST. Der 4,23 Meter lange Kombi wird Anfang März auf dem Genfer Automobilsalon debütieren und rollt im August bei den deutschen Händlern vor. Mit einem für die Kleinwagenklasse üppigen Kofferraum-Volumen von 430 Litern und sechs sparsamen Motorvarianten kommt der kleine Frachter angesichts des anhaltenden Trends zum „Downsizing" in den Fuhrparks gerade zur rechten Zeit - und könnte dem mit Abstand wichtigsten Modell der Marke zusätzlichen Schub verleihen.

Wichtigstes Modell der Marke

Von den 69.437 Einheiten, die die Deutschland-Zentrale mit Sitz in Mörfelden im Jahre 2009 verbuchen konnte, entfielen allein 45.878 Fahrzeuge und damit 68 Prozent auf die Ibiza-Baureihe.

Und zum Ende des Jahres ist noch eine weitere Neuheit zu erwarten: Dann wird endlich die mit dem VW Sharan baugleiche Großraum-Limousine Alhambra, das mit Abstand älteste Produkt im Portfolio, durch den Nachfolger abgelöst.

Stärkster Diesel in der Kleinwagenklasse

Zunächst spendieren die Spanier dem Ibiza als Zwei- und Viertürer aber reichlich Dieselpower. Der aus diversen Modellen des  Volkswagenkonzerns bekannte 2,0-Liter TDI (103 kW/140 PS) treibt den Wagen mit dem Namenszusatz „FR" bis zur Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Den Drittelmix-Verbrauch gibt der Hersteller mit 4,6 Litern auf 100 Kilometern an. Das entspricht einem CO-2-Ausstoß von 119 g/km und ist nach ersten Fahreindrücken nicht einmal unrealistisch. Bei zügiger Fahrweise auf Landstraßen und Autobahnen rund um Barcelona kam der Ibiza FR TDI mit 5,0 Litern aus. Die Preise für den stärksten Selbstzünder in dieser Klasse beginnen bei 20.490 Euro.

Bernd Nusser