Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer will dem insolventen Versender Quelle Geld zum Druck des Winterkatalogs beschaffen. Laut Insolvenzverwalter bleibt das Geschäft stabil.

Horst Seehofer (CSU) hat eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen, um dem insolventen Versandhändlers Quelle Geld zum Druck des Winterkatalogs zu beschaffen. "Wir wollen alle Möglichkeiten ausloten, um die Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Seehofer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in München.

Die bayerischen Minister und Staatssekretäre sollen am Donnerstagabend zusammenkommen. Quelle braucht nach Angaben aus Regierungskreisen zwischen 20 und 50 Millionen Euro für den Druck des Katalogs.

Bürgschaft in Aussicht gestellt

Bei der Kabinettssitzung soll beraten werden, ob eine Bürgschaft oder ein Kredit notwendig ist. "Das wird fieberhaft beraten", sagte Seehofer. Derzeit laufen auch Gespräche mit den Banken.

Nach Angaben informierter Kreise hätte Quelle den Druckauftrag bereits in dieser Woche vergeben wollen. Wegen der Arcandor-Insolvenz ist der Fahrplan aber durcheinandergeraten. Die Zeit drängt: Der Druckauftrag müsse bis spätestens Anfang nächster Woche vorliegen, hieß es.

Der Versand- und Onlinehändler Quelle aus Fürth gilt als Sorgenkind des insolventen Handels- und Touristikkonzerns Arcandor.

Keine Rückgang der Bestellungen

Der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg sagte auf einer Pressekonferenz in Essen, er habe in den vergangenen 48 Stunden Gespräche in Berlin und München geführt, um Sicherheiten für den Factoring-Dienstleister von Quelle zu erhalten. Diese Sicherheiten seien notwendig, damit der Geschäftsbetrieb stabilisiert und fortgeführt werden kann.

"Wir können weder einen Rückgang der Bestellungen feststellen, noch kommt es vermehrt zur Rücksendung von bereits gekauften Produkten", sagte Insolvenzverwalter Görg.

Otto will Quelle nicht

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto hat bekräftigt, den Konkurrenten Quelle nicht übernehmen zu wollen. "Wir glauben nicht, dass die Sanierung von Quelle erfolgreich möglich ist", sagte Otto-Chef Hans-Otto Schrader.

Für den Umbau eines Versandhandelsunternehmens seien drei bis fünf Jahre erforderlich. Diese Zeit habe Quelle nicht. Schrader betonte, dass Otto bislang nicht vom Insolvenzverwalter angesprochen worden sei. Es gebe keine Verhandlungen oder Gespräche.