Möbelhausfilialist Segmüller wagt sich ins Internet: Bis zum Weihnachtsgeschäft will die Onlinetochter daheim.de Möbel- und Accessoires für alle Räume anbieten. 

Der Möbelhandel gilt als Branche, die in Hinblick auf das Internet noch ausbaufähig ist und in der sich bislang vor allem "junge, wilde" Webpioniere positionieren. Doch nun wagt sich mit Segmüller auch eine Branchengröße ins Netz: Der Möbelhändler aus Friedberg bei Augsburg, der Filialen in Frankfurt, Mannheim, Nürnberg, Stuttgart, Weiterstadt, Friedberg und Parsdorf unterhält, hat den neuen Onlineshop daheim.de gestartet.

Der Webshop, dessen Name Behaglichkeit ausdrücken soll und wie das eigene Daheim ein Ort sein möchte, "an dem man sich wohlfühlt und an den man gern zurückkehrt", wie es in der Eigendarstellung heißt, führt zum Start 3.600 sofort lieferbare Artikel aus den Sortimenten Möbel und Wohnaccessoires aus den Bereichen Wohnzimmer und Esszimmer, weitere Räume sollen bis zum Weihnachtsgeschäft folgen.

Erst mal ausprobieren

Für Segmüller hat der Name des neuen Webshops den Vorteil, dass die Webshopbetreiber unter einem neuen Namen "leichter etwas ausprobieren, ohne auf die Assoziationen zur Stamm-Marke festgelegt zu werden", zitiert das Onlineporteil Internetworld den E-Commerce-Leiter Patrik Holtz. Allen, die den Möbelhändler kennen – und das seien vor allem jene Menschen, die südlich des Mains leben – soll der Zusatz "von Segmüller" darüber hinaus Vertrautheit vermitteln.

Die Internetmöbelhändler setzen in dem frisch anmutenden Webshop nicht nur auf großzügig bebilderte Produktdarstellungen, sondern wollen den Kunden auch "Inspirationen für ein gemütliches Zuhause, die ganz einfach nachzuahmen sind", bieten. Deshalb gibt es auf daheim.de auch Expertentipps, mit denen den Kunden die Möbelwahl und -pflege leichter fallen soll – und individuelle Inhalte machen sich gemeinhin auch für das Auffinden in Suchmaschinen wie Google nicht schlecht. Unter der Überschrift "Inspirieren" präsentiert der Händler wechselnde Themen und Saisonware, weitere Kategorien sind "Einrichten", "Dekorieren", "Haushalt" und "%Angebote".

Der Webshop beruht nach Angaben von Internetworld auf der Software von Magento, die Logistik übernimmt Fiege, das Payment – neben PayPal kann der Kunde auch mit den Kreditkarten Visa und Mastercard zahlen – der Abwickler EOS, das Onlinemarketing Blue Summit, das Tracking Adobe. Auch die Fotografie wurde demnach ausgelagert.

Online-Möbelhandel mit Potenzial

Kürzlich meldet das EHI European Retail Institute, dass der Möbelhandel im Internet eines der vielversprechendsten Wachstumssegmente im Onlinehandel ist: Der Marktanteil des Versandhandels mit Möbeln ist demnach von 5,6 Prozent im Jahr 2011 auf 6 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Von den 1,88 Milliarden Euro, die Kunden 2012 im Versandhandel insgesamt für Möbel und Dekorationsartikel ausgegeben haben, waren rund 1,25 Milliarden Euro online.

Der Studie zufolge gab jeder Deutsche im vergangenen Jahr 447 Euro  für seine Wohnraumgestaltung aus, 10 Euro mehr als 2011. Der Umsatz mit Möbeln betrug demnach 2012 insgesamt 31,4 Milliarden Euro - das entspricht einem Umsatzplus von 2,3 Prozent gegenüber 2011. Damit hat der Möbelhandel leicht besser abgeschnitten als der gesamte Einzelhandel, der ein Umsatzplus von 1,9 Prozent zu verzeichnen hatte. Drei Viertel des Umsatzes mit Möbeln wurden über den Möbelfachhandel erwirtschaftet, so das EHI.