Für Segmüller ist das keine gute Nachricht: Das im hessischen Bad Vilbel geplante Möbelhaus wird voraussichtlich nur mit deutlich eingeschränkten Flächen für Randsortimente genehmigt.

Zwar ist es nur eine Empfehlung, andererseits auch ein Signal: Der Regierungspräsident in Darmstadt, Johannes Baron, hat jetzt deutlich gemacht, wie er sich die geplante Filiale in Bad Vilbel des Möbelhauses Segmüller vorstellt.

Demnach empfiehlt Baron der dem Regierungspräsidium (RP) angeschlossenen Regionalversammlung zwar den Bau des Hauses nördlich von Frankfurt zu genehmigen - allerdings mit Einschränkungen. So soll der Platz für das sogenannte Randsortiment (wie Glas, Keramik und Heimtextilien) auf maximal 800 Quadratmeter Fläche beschränkt werden, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Ein RP-Sprecher bestätigte auf Anfrage von derhandel.de den Bericht.

Schutz des Einzelhandels

800 Quadratmeter sind deutlich weniger Fläche als der von der Stadt Bad Vilbel ausgearbeitete Kompromissvorschlag, der 4.000 Quadratmetern für das Randsortiment vorgesehen hatte. Ursprünglich wollte Segmüller sein Randsortiment gar auf 6.000 Quadratmetern anbieten, doch dagegen hatten viele Nachbarkommunen wie Bad Homburg und Oberursel heftig protestiert. Die Gemeinden befürchteten, dass die geplante Größe des Randsortiments bei Segmüller massiv den eigenen innerstädtischen Einzelhandel benachteiligen werde.

Den Kompromissvorschlag hat nun das RP abgelehnt mit dem Verweis auf das regionale Einzelhandelskonzept, in dem festgeschrieben wurde, dass bei großflächigem Einzelhandelsobjekten lediglich ein Randsortiment von zehn Prozent beziehungsweise maximal 800 Quadratmeter Fläche erlaubt ist. Mit dieser Reglementierung soll der Einzelhandel in den Innenstädten vor großen Ansiedlungen in der Peripherie geschützt werden.

Ob die Empfehlung von Baron auch umgesetzt wird, entscheidet sich noch in diesem Monat: Am 18. Februar tagt der Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung, eine Woche später dann die Regionalversammlung selbst. Dieses Gremium umfasst 99 Politiker.

"Direkter Angriff"

Segmüller plant, vor den Toren Bad Vilbels ein Möbelhaus mit 45.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 30.000 Quadratmetern Lagerfläche, zusätzlich sollen dort 1.900 Parkplätze entstehen.  Das Unternehmen will dafür rund 140 Millionen Euro investieren und etwa 600 Arbeitsplätze schaffen.

Frank Albrecht, Präsident des Hessischen Einzelhandelsverbandes, hatte das Projekt als "direkten Angriff" auf den innerstädtischen Einzelhandel der benachbarten Kommunen bezeichnet. Jeder von Segmüller geschaffene neue Job würde anderswo drei Stellen vernichten.

Etwa 45 Kilometer weiter südlich von Bad Vilbel betreibt Segmüller in Weiterstadt ein Möbelhaus mit 35.000 Quadratmetern Verkaufsfläche.