Reinhold Gütebier, Gesamtvertriebsleiter beim Möbelhändler Segmüller, spricht im Interview über gute Umsätze in der Krise, den Vorteil großer Häuser und die Expansion des Unternehmens.

Viele Unternehmen klagen über die Wirtschaftskrise. Segmüller auch?

Nein. Wir werden in diesem Jahr unseren Umsatz zweistellig steigern. Unser laufendes Geschäftsjahr endet im Februar 2010 - und der Segmüller-Umsatz wird dann deutlich über einer Milliarde Euro liegen. Ich gehe davon aus, dass die Möbelbranche auch 2010 gute Ergebnisse erzielen wird.

Geht das Wachstum der Großen auf Kosten der Kleinen?

Nein. Die großen Händler können aufgrund der Fläche viel mehr Zusatzsortimente vertreiben. Das sind Wohnaccessoires wie Teppiche oder Leuchten. Zudem gibt es bei Großflächenhändlern mehr Platz für günstige Importmöbel aus Osteuropa oder Asien.

Bisher betreibt Segmüller in Weiterstadt bei Darmstadt einen Möbelgiganten. Hat das Rhein-Main-Gebiet noch Platz für ein zweites Haus dieser Art?

Auf jeden Fall. Die Rhein-Main Region hat eine enorme Kaufkraft und erstreckt sich über ein gewaltiges Gebiet, wenn man bedenkt, dass der Verbraucher für Möbel auch eine Anfahrt von bis zu 60 Kilometer in Kauf nimmt. In etwa fünf Jahren wollen wir hier einen weiteren Möbelgiganten eröffnen.

In Weiterstadt, in Nachbarschaft von Segmüller, hat vor wenigen Wochen das Einkaufszentrum Loop5 eröffnet. Seitdem herrscht dort an den Samstagen Verkehrschaos. Macht sich das bei Ihnen negativ bemerkbar?

Im Gegenteil. Jedes neue Center zieht Kunden an - und davon profitieren wir auch. Loop5 und Segmüller befruchten sich gegenseitig. Als unser Haus 2004 eröffnet wurde, gab es ebenfalls eine Weile Verkehrsprobleme. Doch die Lage hatte sich schnell wieder beruhigt.

Interview: Steffen Gerth

Dieses Interview ist in der Dezember-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel erschienen. Hier geht es zum Probeabo.